zur StartseiteZugang für Abonnenten
Startseite » Archiv » Ausgabe 3/2020 » Inhaltsverzeichnis
Titelcover der archivierte Ausgabe 3/2020 - klicken Sie für eine größere Ansicht

Der Aufbau der Zeitschrift


finden Sie hier


Concilium stellt sich vor

Geschichte und Selbstverständnis


Präsidium, Herausgeber/innen und Wissenschaftliches Komitee


sind hier einzusehen.


Unsere Autoren


finden Sie hier.


werden hier gelistet.

<<< zur vorherigen Ausgabe zur nächsten Ausgabe >>>
Inhaltsverzeichnis
ZU DIESEM HEFT

MICHELLE BECKA, BERNARDETH CAERO BUSTILLOS, JOAÕ VILA-CHÃ
Politik, Theologie und die Frage der Macht
THEMA: Politik, Theologie und die Frage der Macht
JOHN D. CAPUTO
Gottes konjunktivische Macht

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Inwiefern herrscht die Basileia tou Theou oder besitzt Macht? Im Christentum ist Jesus die Ikone des unsichtbaren Gottes. In Jesus, dessen Leben von Mitgefühl und Vergebung gekennzeichnet ist, bekommen wir eine Ahnung von der göttlichen Ordnung: einer Ordnung, in der er – anders als die Gottheiten der Griechen und Römer – seine Feinde nicht zerschmettert, sondern von ihnen besiegt wird. Das bringt Paulus im ersten Kapitel des ersten Korintherbriefs auf den Punkt: Die Schwäche Gottes ist stärker als die Stärke des Menschen. Inwiefern stärker? Die Antwort, die Paulus im zweiten Kapitel desselben Briefs gibt, ist göttliche Gewalt, apokalyptische Macht. Ich behaupte, dass 1 Kor 1 durch 1 Kor 2 kompromittiert wird. Gottes wahre Macht liegt im bedingungslosen Ruf nach einem Königtum, in dem es keine Gewalt – nicht einmal himmlische Gewalt – gibt und wo Königtum für das steht, was wäre, wenn Gott herrschen würde. Gottes eigentliche Macht ist konjunktivisch – und es ist an uns, dieses Königtum wahrwerden zu lassen.

JOÃO J. VILA-CHÃ
Die Inter-Aktion von Macht und Autorität. Die treibende Kraft des Symbols und die Erstarkung der Realität

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Dieser Beitrag will Autorität und Macht als Elemente beschreiben, die für die menschliche Situation bestimmend sind. Daher sind Fragen, die Macht und Autorität betreffen, sozial und politisch, aber auch intrinsisch theologisch. Daher betont dieser Aufsatz die zusammenhängende Natur von Autorität und Macht, untersucht die Gefahren, die von ihrer Korrumpierung ausgehen, zeigt ihre Erlösbarkeit auf und damit ihre Unvermeidbarkeit für Kirche und Staat. Das Hauptziel ist jedoch geltend zu machen, inwiefern Macht und Autorität beschränkt werden müssen; das bedeutet, strukturell eingegrenzt, um erlösend zu wirken. Während dies in der politischen Gesellschaft durch Hochachtung für die Verfassung und eine konsequente Umsetzung der Rechtsordnung zustande kommt, bleibt es in der Kirche untrennbar mit persönlichem und treuem Gehorsam gegenüber dem fleischgewordenen Wort Gottes verbunden.

IVONI RICHTER REIMER/HAROLDO REIMER
Macht als Dienst. Eine kritische Lektüre von »Macht« ausgehend vom Neuen Testament

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Macht wird hier im Sinne einer Gesamtheit von Beziehungen verstanden. Der Beitrag will hervorheben, dass die Texte des Neuen Testaments innerhalb der Textur dieser Beziehungen im Römischen Reich des ersten Jahrhunderts zum größten Teil die Perspektive einer Gegenmacht oder Heterotopie bieten. Dies wird mithilfe des Begriffs des gelebten Reiches Gottes zum Ausdruck gebracht. Innerhalb eines Corpus von Texten, die die herrschende Macht zur Voraussetzung haben und diese einer kritischen Analyse unterziehen, wird Machtausübung als Diakonie, als Dienst insbesondere im Hinblick auf die am meisten verwundbaren Menschen, dargestellt. Jesus ist das Modell für diese Macht im Sinne von Dienst, die Frauen und Männer in den ekklesiai, den Gemeinden, zur Nachfolge in Treue zu diesem Herrn ermächtigt.

Lesen Sie diesen vollständigen, ungekürzten BeitragA. MARIA ARUL RAJA
Ermächtigung der Entmachteten. Einblicke in das Leben und die Sendung Jesu

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Der Machtanhäufung durch die sozial wie kulturell hegemoniale Elite muss – durch ein Erwachen zur gottgegebenen Würde in Solidarität mit anderen Opfern – mutig Widerstand geleistet werden. Die Macht, die den religiös-kulturellen Ausdrucksformen der Entmachteten innewohnt, muss durch eine angemessene Bestimmung und Deutung von Symbolen wie dem Reich Gottes oder dem Kreuz gestärkt werden. Das nicht verhandelbare Kriterium des zu schützenden und zu fördernden Lebens muss sich der systemischen politisch-kulturellen Gewalt in den Weg stellen. Es scheint, dass der Machtdiskurs des Lebens und der Sendung Jesu im Kern auf einer Ethik des Egalitarismus und einer Ästhetik der vermenschlichenden Solidarität und Ermächtigung beruht.

JUDITH HAHN
Macht des Rechts – Recht der Macht. Zur Bedeutung des Kirchenrechts in kirchlichen Machtfragen

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Wie in jeder Rechtsordnung spielt Macht im Kirchenrecht eine wesentliche Rolle, in zweifacher Hinsicht. Die Macht des Rechts verweist auf die zentrale konstruktiv-sozialgestalterische Bedeutung des Rechts. Als Recht der Macht präsentieren sich Normen, die innerhalb einer Rechtsgemeinschaft Autorität erzeugen und Kompetenzen zuweisen. Die so erzeugte (Voll)Macht freilich bedarf der Legitimation, will sie in der Rechtsgemeinschaft Anerkennung finden. Dies wiederum gelingt in der Moderne zuvörderst über das Recht: Macht gilt als legitim, wenn sie durch Recht begrenzt wird. Dass diese Herrschaft des Rechts in der Kirche durchbrochen ist, bringt das Kirchenrecht unter Legitimitätsgesichtspunkten gegenwärtig in Bedrängnis.

HILLE HAKER
Von der Neuen Politischen Theologie zur Kritischen Politischen Ethik

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Aufbauend auf der Tradition der Neuen Politischen Theologie und der Befreiungstheologie sowie der dekolonialen und feministischen Theologie untersucht dieser Artikel die Konsequenzen einer dekolonialen Epistemologie der Theologie für die ethische Theorie. Er stellt eine kritische politische Ethik vor, die von der Kritischen Theorie die Methode und die Frage nach Autorität aufnimmt und mit dekolonialen Theologie darin übereinstimmt, dass Wissen und Ethik notwendigerweise situiert sind. Bei all diesen Ansätzen ist die Frage der Freiheit von zentraler Bedeutung. Die kritische politische Ethik unterscheidet vier Dimensionen der Freiheit, nämlich die transzendentale, die existentielle, die soziale und die politische Freiheit. Für die Ethik bedeutet die Neuausrichtung von politischer Theorie und Praxis, dass die Solidarität mit dem leidenden Individuum und/oder einer leidenden Gruppe nicht nur das Kriterium des moralischen Urteils, sondern auch eine Priorität des Handelns ist. Zusätzlich aber stellt die kritische politische Ethik die theologische Ethik in die Tradition der Glaubenszeugen, die Ansatzpunkte für eine kreative Neuausrichtung moralischer und politischer Praktiken dienen können.

ANSGAR KREUTZER
Diskursiv, sozioökonomisch sensibel und performativ. Präsenzformen eines politisch-öffentlichen Christentums

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

In den 1960er-Jahren wurde nicht nur die neue Politische Theologie geprägt. Es entstand zugleich die liturgische Form des Politischen Nachtgebets, die mit dem Namen der bekannten protestantischen Theologin Dorothee Sölle (1929–2003) verbunden ist. Der Aufsatz richtet sein Augenmerk auf die hier hergestellte Verbindung von thematischer Auseinandersetzung mit politischen Fragen einerseits und christlichen Symbolpraktiken in einem liturgischen Rahmen andererseits. Er weist im Rückgriff auf sozialwissenschaftliche Öffentlichkeitskonzepte auf die Bedeutung nicht nur diskursiver, sondern auch performativer Elemente (wie Rituale, Inszenierungen, Symbole) für die politische Öffentlichkeit hin, an die auch ein sich als politisch-öffentliche Religion verstehendes Christentum anschließen kann. (Der Text beruht auf einem (ausführlicheren) Vortrag anlässlich des Dies facultatis der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Innsbruck zum Thema Nicht von dieser Welt. Religion im öffentlichen Raum am 21.5.2019.)

FRANCISCO DE AQUINO JÚNIOR
Die Theologie und die Macht der Befreiung

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Theologie ist als intellectus fidei zu verstehen, als ein Glaube, der Teilhabe am Heil schaffenden und befreienden Plan Gottes für die Menschheit und kritisch-schöpferische Mitarbeit an der historischen Dynamik zur Verwirklichung dieses Plans ist. Es ist diese aus innerster Überzeugung kommende Verbindung mit einem befreienden Glauben, welche der Theologie eine eine befreiende Macht verleiht und sie mit den verschiedensten historischen Befreiungsprozessen verbindet. Von daher ist die besondere intellektuelle Prägung der Theologie und ihr Charakter als ein praktischer Vollzug von Glauben zu verstehen.

TANYA VAN WYK
Protestieren gegen die Macht des Patriarchats. Zur Aufgabe der Politischen Theologie beim Aufbau von Solidarität und nachhaltigem Engagement

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Protestbewegungen für die Rechte von Frauen wachsen überall auf der Welt. Dazu gehören Proteste gegen mangelnde Repräsentation, Proteste gegen das Lohngefälle und vor allem Proteste gegen geschlechtsspezifische Gewalt und sexuelle Belästigung. Manche dieser Bewegungen bestehen bereits seit 25 Jahre, u. a. die Kampagnen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und zur Unterstützung von Frauen, die von den Vereinten Nationen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen organisiert wurden. Der Wandel geht jedoch nur langsam vonstatten und kommt oft nicht voran, während die geschlechtsspezifische Gewalt zunimmt. Der gemeinsame Nenner all dieser Entwicklungen ist das Beharrungsvermögen der herrschenden Mächte. Dieser Essay fragt, wie die Politische Theologie darauf reagieren und zu einem konzertierten Aktivismus beitragen kann, der für eine dauerhafte Veränderung erforderlich ist. Die Autorin geht davon aus, dass die Politische Theologie helfen könnte, angesichts unterdrückerischen Macht zu gemeinsamem Widerstand zu gelangen.

JOSE MARIO C. FRANCISCO
Die Dynamik der Macht jenseits von Zustimmung oder Widerstand. »Die katholischen Philippinen« als privilegierter Ort

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Das soziale Engagement des Katholizismus auf den Philippinen ist ein ideales Objekt zur kritischen Analyse der Dynamik von Machtstrukturen. Dieses Engagement entwickelte sich in wechselnden politischen Kontexten: Dazu zählen die fast 450 Jahre der Kolonialisierung – zunächst durch Spanien, dann durch die USA – und nach dem Zweiten Weltkrieg die Jahre der formalen Demokratie, die dominiert waren von Oligarchien und autoritären Führern. Katholische Gruppen, Geistliche, Ordensleute und Laien fanden sich schon immer auf beiden Seiten der politischen Gräben, entweder in heimlicher Übereinstimmung mit dem herrschenden Establishment oder im Widerstand dagegen. Die Analyse dieses Essays geht über den binären Gegensatz von Zustimmung und Widerstand hinaus und betrachtet die Dynamik zwischen den symbolischen, institutionellen und verbündeten Kräften des philippinischen Katholizismus differenzierter. Geboren aus dem Zusammenspiel von spanischem Katholizismus und einheimischer Kultur, entstand ein Symbolgeflecht aus Geschichten über das Leben Christi, aus verehrten Bildern und heiligen Ritualen, die für die individuelle und soziale Erfahrung einen Rahmen jenseits der kirchlichen Kontrolle bilden. Auf der institutionellen Seite stehen hier die juridischen Einheiten der Diözesen und Kirchengemeinden sowie die Angebote von Ordensgemeinschaften und kirchlichen Laienorganisationen. Sie kooperieren oft mit anderen Akteuren der Gesellschaft, weshalb ihr soziales Engagement jeweils unterschiedliche Formen annimmt. Die Analyse dieser Konstellation ergibt drei theologische Einsichten. Erstens: Die Machtdynamik hinter dem sozialen Engagement ist inklusiv und hat viele Gesichter. Zweitens: Entscheidend sind die historischen und die eschatologischen Dimensionen des Engagements. Drittens: Um das soziale Engagement aller Gläubigen zu beurteilen braucht es eine multiperspektivische Zusammenschau des Symbolischen und des Institutionellen in ihren jeweiligen historischen Vermittlungen.

LAREINE-MARIE MOSELY
Eine Leidenschaft, die dem Leiden der Unterdrückten entspricht

Kurzbeschreibung dieses Beitrags

Dieser Aufsatz stellt die schwarze Theologie als eine Überlebenstheologie vor, deren Leidenschaftlichkeit dem Leiden der Unterdrückten entspricht. Durch die Gegenüberstellung von zwei kirchlichen Treffen in den USA, einem im Jahr 1866 und einem im Jahr 2019, beschreibt die Autorin die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben ehemaliger Sklaven und dem der armen und entrechteten Afroamerikaner in Baltimore heute. Aus der Perspektive der Synodalität eröffnen sich ihr zufolge Möglichkeiten des Vorankommens mit unerwarteten Mitreisenden, wobei sich Räume auftun für den Austausch schmerzhafter Geschichten, für Empathie, die sich um Wahrheit bemüht, und für den Wunsch, den Dialog in Wahrhaftigkeit fortzusetzen.

THEOLOGISCHES FORUM
NORBERT METTE
Synodalität ‒ praktisch
 
REZENSIONEN
Sebastian Holzbrecher, Julia Knop, Benedikt Kranemann, Jörger Seiler (Hg.): Revolte in der Kirche? Das Jahr 1968 und die Folgen, hg. im Auftrag des Theologischen Forschungskollegs der Universität Erfurt, Freiburg i. Brgs.: Herder 2018, 352 Seiten.
Peter Neuner: Turbulenter Aufbruch. Die 60er Jahre zwischen Konzil und konservativer Wende, Freiburg i. Brsg.: Herder 2019, 310 Seiten.
Walter Wink: Verwandlung der Mächte. Eine Theologie der Gewaltfreiheit, hg. v. Thomas Nauerth u. Georg Steins u. übersetzt unter Mitwirkung v. Anka Schneider u. Anja Mehrmann, Regensburg: Friedrich Pustet 2014, 172 Seiten.

Zurück zur Startseite

Unsere Abos
Sie haben die Wahl ...

weitere Infos zu unseren Abonnements


Newsletter


Unser Newsletter informiert Sie über die Inhalte der neuesten Ausgabe.


Jahresverzeichnis 2019


Aktuelles Jahresverzeichnis


Jahresverzeichnis 2019
als PDF PDF.



Unsere neue Dienstleistung für Verlage, die Ihr Abogeschäft in gute Hände geben wollen.


aboservice

mehr
Informationen


Concilium
Telefon: +49 (0) 711 44 06-140 · Fax: +49 (0) 711 44 06-138
Senefelderstraße 12 · D-73760 Ostfildern
Kontakt | Sitemap | AGB | Widerruf | Datenschutz | Impressum