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Regina Ammicht Quinn / Mile Babić / Zoran Grozdanov / Susan A. Ross / Marie-Theres Wacker
Religion und Identität in Post-Konflikt-Gesellschaften
Die Frage nach dem Zusammenhang von Religion und Identität reicht beinahe zurück bis zu den Anfängen der Menschheit. Im Verlauf der Zeit ist Religion immer wieder mit Identität in Verbindung gebracht worden, wobei die Religion die Rolle der Unterstützerin oder Fürsprecherin der herrschenden Politik spielte.

Wir müssen nicht weit gehen, um ein Beispiel für die schädlichen Beziehungen zwischen der Religion einerseits und der politischen und sozialen Identität andererseits zu finden. Historisch am nächsten liegt dem europäischen Denken der Konflikt im ehemaligen Jugoslawien. Dessen Kriege waren keine Religionskriege (auch wenn manche Historiker und Wissenschaftler dies behaupten), sondern zielten auf Gebietseroberungen und ethnisch gesäuberte Gebiete. Hierbei diente die Religion oft als Treibstoff der Auseinandersetzungen – Soldaten zogen mit gesegneten Waffen in den Krieg und beteten nicht für sein Ende, sondern für den Sieg über den Feind. Was darüber hinaus die meist sehr komplexen Identitätskonstruktionen angeht – insbesondere in Gebieten, wo nationale, ethnische und politische Identitäten historisch und politisch eng mit individuellen oder gemeinschaftlichen religiösen Identitäten verknüpft sind –, ist es manchmal sehr schwierig, klar zu trennen zwischen religiösen und anderen Identitäten, die die Mitglieder einer bestimmten Gesellschaft definieren.

Es stellt sich die Frage: Wie kann Religion zur treibenden Kraft von gewaltlosem Handeln, Versöhnung und der Suche nach Gerechtigkeit in Gesellschaften werden, die von Krieg oder größeren Auseinandersetzungen betroffen sind? Und wie kann sie es bleiben? Auf welche Weise kann Religion in jenen Gesellschaften zu einem Mittel der Heilung werden? In Gesellschaften, wo ethnische und nationale Identitäten eng mit einer religiösen Identität verknüpft sind, geschieht es nur allzu leicht, dass die Ziele der Letzteren mit den nationalen und/oder ethnischen Zielsetzungen kollidieren. Die Sorge darum sowie der Versuch, für diese Verhältnisse einen Schlüssel zu finden, sind eine große Herausforderung für religiöse Institutionen und Individuen in Gesellschaften, die an direkten Konflikten beteiligt sind, sei es in den Ländern Ex-Jugoslawiens oder, um andere Beispiele zu nennen, auf den Philippinen und in Südafrika.

Vor diesem Hintergrund entschied sich die Zeitschrift CONCILIUM, das jährliche Treffen ihres Redaktionskollegiums 2014 in Sarajevo abzuhalten. Sarajavo ist sowohl ein Symbol als auch einer der Schauplätze des größten bewaffneten Konflikts in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg; zudem war es der Ort, an dem vor hundert Jahren der »Große Krieg« (1914–1918) ausgelöst wurde. Unter der Schirmherrschaft der Stadt Sarajevo fand darum, neben der alljährlichen CONCILIUM-Redaktionssitzung, eine Konferenz zum Thema »Theologie in einer Post-Konflikt-Gesellschaft – Religion und Identität« statt. Träger und Organisatoren waren CONCILIUM, das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) in Tübingen und die Theologische Hochschule der Franziskaner in Sarajevo.

Das Problem der Identität besteht aus einer Vielzahl ineinander verschlungener religiöser, ethnischer und politischer Komponenten – insbesondere, was Bosnien und Herzegowina, das Gastgeberland der Konferenz, betrifft. Aus diesem Grunde wurden Autoren und Autorinnen verschiedenster Hintergründe – sowohl was ihre Weltsicht als auch was das Fachgebiet ihrer Expertise angeht – zur Konferenz eingeladen. Mit den Problemen von Religion und Identität befassten sich so die Schriftsteller Aleksandar Hemon und Dževad Karahasan, die katholischen Theologen Felix Wilfred, Mile Babić, Regina Ammicht Quinn, Daniel Pilario, Pero Sudar und Erik Borgman; der orthodoxe Theologe Pantelis Kalaitzidis, die protestantischen Theologen Miroslav Volf und Sarojini Nadar, der Islamwissenschaftler Dževad Hodžić, der Philosoph Ugo Vlaisavljević und der Soziologe Dino Abazović. Ziel war, den anhängigen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven nachzugehen: ausgehend von der Identitätskonstruktion, von der Definition ihrer Grenzen und ihren Ausdrucksformen ebenso wie vom Einfluss religiöser Haltungen und Glaubensformen auf die individuelle und kollektive Identität, die in einem bestimmten gesellschaftlichen und politischen Rahmen existiert. Die Vortragenden befassten sich nicht allein mit den neueren Kriegen im ehemaligen Jugoslawien (1991–2001), sondern auch mit Konflikten in anderen Teilen der Welt sowie mit der grundlegenden Frage nach dem Verhältnis zwischen individueller bzw. gemeinschaftlicher Identität und Religion in europäischen und globalen Zusammenhängen. [...]


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