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Leseprobe 2
Geraldina Céspedes
Die Befreiungstheologien, der Markt und das Patriarchat
Zu den auffälligsten Dynamiken eines funktionierenden Markts gehört der Ansporn zu zügellosem und verantwortungslosem Konsum, zu dem sich die Menschen unter dem Einfluss der Medienwerbung oft völlig kritiklos hinreißen lassen. Menschen aller Altersklassen werden gewissermaßen konditioniert und verwandeln sich in zwanghafte Konsumenten, die die Ressourcen unseres Planeten ausbeuten. Diese Dynamik beruht darauf, dass man uns die Vorstellung „verkauft”, zwischen dem Konsum und der Suche nach Glück bestehe ein enger Zusammenhang. Das macht sich die Werbung geschickt zunutze, wenn sie die Werte des Markts propagiert und moderne wie alte Formen benutzt, um vor allem mithilfe unterschwelliger Botschaften in den Bereich der Wünsche und Bedürfnisse der Menschen vorzudringen.

Dieser Prozess verfolgt vor allem ein Ziel: Gewinne für den Markt zu erzielen, und zwar um den Preis der Entmenschlichung und Verdinglichung insbesondere der Wehrlosesten. Unter all diesen schädlichen und ungerechten Dynamiken des globalisierten neoliberalistischen Systems halte ich vor allem zwei für besonders entwürdigend. Mit ihnen möchte ich mich im vorliegenden Beitrag befassen. Die erste ist jene Dynamik, der die Idee zugrunde liegt, alles zur Ware zu machen, und die sogar so weit geht, auch aus dem Menschen nicht nur einen Käufer und Verkäufer, sondern ein Objekt zu machen, das ge- und verkauft wird. Wie Zygmunt Bauman schreibt: „Die ,Subjektivität’ des Subjekts [...] ist fokussiert auf das nicht enden wollende Bemühen, selbst eine verkäufliche Ware zu werden und zu bleiben.” Und da dies im Rahmen eines Systems geschieht, das nicht als nur kapitalistisch und neoliberal, sondern zudem als androzentrisch und patriarchalisch klassifiziert wird, kommen wir nicht umhin, uns die Frage zu stellen, wie all das in seiner äußersten Grausamkeit auch die Frauen betrifft – die bevorzugten Opfer des marktwirtschaftlichen Systems und der Konsumkultur.

Die zweite Dynamik des patriarchalischen kapitalistischen Systems, über die meines Erachtens nachgedacht werden muss, schlägt sich in der Vorstellung nieder, dass man aus allem ein einträgliches Geschäft machen kann. Daran lässt die Geschichte des Kapitalismus keinerlei Zweifel aufkommen. Dennoch muss angesichts des aktuellen Aufschwungs der Religiosität eine Frage besonders hervorgehoben werden: Wie konnte sich der Markt im Rahmen dieser Logik, aus allem ein Geschäft zu machen, dazu versteigen, auch an die Seelen der Menschen und Völker zu rühren und sogar mit der Spiritualität Gewinne erzielen zu wollen?

Ich möchte zunächst die Funktionsweise dieser beiden Dynamiken beschreiben, um anschließend aufzuzeigen, wie sich mithilfe einer feministischen Befreiungstheologie die Dämme verstärken lassen, um der anbrandenden Zerstörung und Entmenschlichung der Konsumgesellschaft Einhalt zu gebieten. Nach wie vor fordern uns die Befreiungstheologie und die feministische Theologie zu einem anderen Denken und zu einer Gegenkultur heraus, die sich der herrschenden Ordnung in den Weg stellt und dem Folge leistet, was Paulus an die christliche Gemeinde geschrieben hat, die im Herzen des Imperiums lebte und versucht war, sich anzupassen und das etablierte Wertesystem kritiklos zu übernehmen:

„Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist ...“ (Röm 12,2).

I. Von Verbraucherinnen zu verbrauchten Frauen


Die Frauen sind ein wichtiges Rädchen im Getriebe des neoliberalen Konsumsystems. Wir müssen wohl leider sagen, dass die Frauen – sowohl in ihrer Funktion als (schlecht bezahlte und unterbewertete) Produktionsarbeiterinnen als auch in ihrer Funktion als Verbraucherinnen – das System auf ihren Schultern tragen. Das heißt aber auch, dass wir Frauen, wenn wir uns beispielsweise den Vorgaben der patriarchalischen kapitalistischen Gesellschaft in puncto Produktionsprozesse und Konsumgewohnheiten widersetzten, etwas verändern, eine Krise herbeiführen und die Strukturen des Markts wahrscheinlich ins Wanken bringen könnten. [...]


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