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Susan A. Ross / Diego Irarrázaval / Sarojini Nadar
Das Christentum, der Konsum und der Markt
Die Wechselwirkung zwischen Christentum, Konsumgesellschaft und Markt sowie ihre theologische Bedeutung haben in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit gefunden. Aus der Perspektive der theologischen Anthropologie legt die Beschäftigung mit den menschlichen Bedürfnissen – den Bedürfnissen nach Gott, nach Mitmenschen, nach materiellen Gütern – uns nahe, dass wir zwar nicht ohne Nahrung, Kleidung oder Obdach – unsere anscheinend unstillbaren Bedürfnisse – leben können, dass diese uns aber gleichwohl zu verzehren, zu konsumieren imstande sind, wie es Augustinus so eindrucksvoll geschildert hat. Wie können wir Menschen mit unseren Bedürfnissen sinnvoll umgehen, wenn wir mit Werbung bombardiert werden, die uns ständig sagt, dass wir mehr von allem brauchen, und zwar zu jeder Zeit?

Der Inkarnationsgedanke ist für das Christentum zentral: Die Menschen wurden in eine Welt hineingeschaffen, von der Gott erklärte, dass sie „gut” sei. Der Welt zuliebe wurde Gott Mensch, und in den zutiefst physischen Gestalten von Brot und Wein ist Gott bei uns. Daher brauchen wir Nahrung, Kleidung und Obdach, und neben unseren unmittelbaren physischen Erfordernissen verlangt es uns zudem nach Sinn in unserer Arbeit und unseren Beziehungen. Doch die Steuerung unserer materiellen und spirituellen Bedürfnisse ist in einer Welt, in der wirtschaftliche Belange so sehr über das menschliche Leben zu bestimmen haben, eine schwierige Aufgabe.

Darüber hinaus führt das zunehmend globale Wirtschaften dazu, dass die Existenzen der Menschen untrennbar miteinander verknüpft werden. Die Kleidung, die wir kaufen, ist möglicherweise von einer Billiglohnarbeiterin auf der anderen Seite der Erdkugel hergestellt worden. Unser ständig zunehmender Konsum hat verheerende Auswirkungen auf die Welt, wobei die Ärmsten am schlimmsten betroffen sind. Worin besteht unsere Verantwortung für unsere Nächsten, die als Textil- oder Landarbeiter unseren Warenbedarf decken?

In einem sehr hilfreichen Überblicksartikel aus dem Jahr 2007 nennt Kenneth Himes vier Faktoren, die dazu beitragen, dass der Konsumismus gegenwärtig verstärkt in den Blick kommt:

- die wachsende Ungleichheit in einer Welt, in der die Superreichen immer noch reicher werden und die Mittelschicht und die Armen auf der Stelle treten oder ärmer werden,

- die Kommerzialisierung des menschlichen Lebens, in dem fast alles, was Menschen sein oder tun können, zu einer verkäuflichen Ware wird,

- die Globalisierung und

- die ökologischen Kosten des Konsumismus.

Alles diese Punkte werfen komplexe theologische Fragen auf: Zu welchem Gott beten wir? Wie werden wir gerettet? Inwieweit helfen uns unsere Kirchen, auf Gottes Gande und auf die Sünde in der Welt zu reagieren? Wie sollen wir unsere Glaubensüberzeugungen in unserem Leben umsetzen?

Papst Franziskus hat sich darüber jüngst ebenfalls Gedanken gemacht. In seinem umfangreichen Apostolischen Schreiben Evangelii Gaudium vom 24. November 2013 ist ein Abschnitt enthalten, der sich äußerst kritisch mit vielen Erscheinungen der globalen Konsumwirtschaft auseinandersetzt. „Es ist unglaublich,” schreibt er, „dass es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Straße zu leben, erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht.” In dieser „Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen”, so fährt er fort, wird der „Mensch an sich [...] wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann. Wir haben die ,Wegwerfkultur’ eingeführt, die sogar gefördert wird.” Ähnliche Sorgen angesichts der Konsequenzen der globalen Marktwirtschaft wurden nicht nur von zahlreichen Theologinnen und Ethikern, sondern auch von Ökonomen, politischen Philosophen und Soziologinnen formuliert. Dass wir in einer marktdominierten Welt leben, sehen wir daran, dass Universitäten von Studenten und Studentinnen als „Kunden” sprechen, dass wir die neuesten Produkte besitzen müssen, die unsere unsere Kleider und elektronischen Geräte, die noch völlig in Ordnung sind, veraltet erscheinen lassen, dass unsere Meere zu Müllkippen der Welt werden. [...]


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