zur StartseiteZugang für Abonnenten
Startseite » Archiv » Ausgabe 3/2014 » Leseprobe 2
Titelcover der archivierte Ausgabe 3/2014 - klicken Sie für eine größere Ansicht

Der Aufbau der Zeitschrift


finden Sie hier


Concilium stellt sich vor

Geschichte und Selbstverständnis


Präsidium, Herausgeber/innen und Wissenschaftliches Komitee


sind hier einzusehen.


Unsere Autoren


finden Sie hier.


werden hier gelistet.

<<< zur vorherigen Ausgabe zur nächsten Ausgabe >>>
Leseprobe 2
Xavier Alegre Santamaría
Die Offenbarung des Johannes – eine gläubige Relecture des Lebens in Zeiten der Krise
Wir leben in schwierigen Zeiten. In Zeiten der – vor allem ökonomischen – Krise. Die Illusion, dass wir die Armut auf unserer Welt ausrotten könnten, hat sich verflüchtigt. Die Millenniumsziele in Bezug auf Hunger und Armut, die bis zum Jahr 2015 erreicht werden sollten, wurden verfehlt. Die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die vom System des neoliberalen Kapitalismus, das die gesamte Welt beherrscht, Ausgegrenzten werden immer mehr. In den reichen Ländern des Nordens macht man sich die von der Finanzspekulation der Banken ausgelöste Wirtschaftskrise zunutze und baut den „Wohlfahrtsstaat” ab, den man nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und angesichts der kommunistischen Bedrohung schaffen wollte. Und die Kriege in Syrien oder Afrika verursachen die Flucht von zahllosen Menschen, Zerstörung und Tod.

Diese Tendenz, die zur zunehmenden Verarmung der Bevölkerungsmehrheiten auf der Welt führt, hat sich endgültig durchgesetzt. Und wenn „die Liebe zum Geld die Wurzel aller Übel” ist (1 Tim 6,10), dann ist klar, dass die Krise ihre Fangarme auch auf den sozialen, kulturellen, politischen und religiösen Bereich ausstreckt. Man versteht, dass sich in unseren Gesellschaften die Dynamik der Verzweiflung breit macht, vor allen in den Gesellschaften, die, wie in Spanien, Griechenland oder Portugal, eine Zeitlang die Illusion hegten, sie bildeten einen Teil der reichen Welt der nördlichen Hemisphäre.

Wie stellen wir uns als Menschen, die an Jesus glauben, dieser harten Realität? Und wenn wir davon ausgehen, dass „alles, was einst geschrieben worden ist, [...] zu unserer Belehrung geschrieben [ist], damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben” (Röm 15,4): Welche Wege können wir dann in der Bibel finden, die wir beschreiten können, um uns der Krise zu stellen? Ich meine, dass uns die jüdisch-christliche apokalyptische Literatur und insbesondere die Offenbarung des Johannes diese Wege aufzeigen, denn es handelt sich um Texte, die den Gläubigen helfen wollen, diese Art von Krise zu bestehen.

I. Die Krise: Nährboden der apokalyptischen Literatur


Die Erforschung der jüdischen und judenchristlichen apokalyptischen Literatur hat gezeigt, dass diese in Zeiten der Krise in Blüte stand. Konkret gesprochen stammen ihre bedeutendsten Schriften aus der Zeit zwischen dem zweiten vorchristlichen und dem ersten nachchristlichen Jahrhundert. Zwei Ereignisse waren somit entscheidend für die Entwicklung dieser Literaturgattung: Die Verfolgung unter Antiochos IV. Epiphanes in der makkabäischen Zeit (bis etwa 165 v. Chr.) und die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr.

Unter der Herrschaft des Antiochos Epiphanes wurde sich das Seleukidenreich der Gefährlichkeit der jüdischen Religion mit seiner Option für die Armen und seiner Anklage der Ungerechtigkeit bewusst. Deshalb verfolgte man sie und knüpfte daran die Hoffnung, auf diese Weise zur Brechung des jüdischen Widerstandes beitragen zu können. Auch das Römische Reich machte diese Erfahrung, wie man an der Offenbarung des Johannes (vgl. auch Mk 13,9–13 par) sehen kann. Andererseits beraubte der Fall Jerusalems und die Zerstörung des Tempels den jüdischen und judenchristlichen Glauben der grundlegenden Identitätsmerkmale. Es handelte sich um eine umfassende Krise, die gleichermaßen politisch, wirtschaftlich, kulturell (Bedrohung durch den Hellenismus) und religiös war. Jedenfalls geriert sich das Imperium seinerseits als allmächtig und unbezwingbar. [...]


Lesen Sie den kompletten Artikel in der Print- oder Onlineausgabe.

Zurück zur Startseite

Unsere Abos
Sie haben die Wahl ...

weitere Infos zu unseren Abonnements


Newsletter


Unser Newsletter informiert Sie über die Inhalte der neuesten Ausgabe.


Jahresverzeichnis 2019


Aktuelles Jahresverzeichnis


Jahresverzeichnis 2019
als PDF PDF.



Unsere neue Dienstleistung für Verlage, die Ihr Abogeschäft in gute Hände geben wollen.


aboservice

mehr
Informationen


Concilium
Telefon: +49 (0) 711 44 06-140 · Fax: +49 (0) 711 44 06-138
Senefelderstraße 12 · D-73760 Ostfildern
Kontakt | Sitemap | AGB | Widerruf | Datenschutz | Impressum