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Hille Haker / Andrés Torres Queiruga / Marie-Theres Wacker
Die Wiederkehr des apokalyptischen Bewusstseins
Apokalyptik – dieser Begriff steht heute für die „Endzeit”, für den Schrecken und eine Verdichtung der geschichtlichen Zeit, die wenig Raum zu lassen scheint für utopische Entwürfe oder Hoffnungszeichen eines Neubeginns. Die wörtliche Übersetzung von apokalypsis als „Aufdeckung” oder „Offenbarung” könnte dabei sehr wohl auch als Hinweis gewertet werden, dass umwälzende Veränderungen erwartet werden, die sowohl positiver als auch negativer Art sind. Das heißt: Wenn die Wiederkehr des apokalyptischen Bewusstseins vor allem negative Züge trägt, dann bedeutet dies, dass es in den Umwälzungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Desorientierung gibt, die vor allem als Angst in der Gegenwart bzw. als Angst vor der Zukunft thematisiert wird. Zugleich werden Katastrophen als so tiefgreifend erfahren, dass auf der einen Seite die Bilder der „Endzeit” zur kulturellen Metapher einer zukunftslosen Gegenwart werden – einer Gegenwart, die Lebensmöglichkeiten eher nimmt als gewährt und die der Gestaltung durch das Handeln von Menschen entzogen sind. Auf der anderen Seite werden solche Bilder zu einer Signatur sogenannter postmoderner Kultur, die mit allen Symboliken der Tradition ästhetisch und spielerisch umgeht, ohne dass diese an ethische, politische oder gar religiöse Überzeugungen geknüpft werden. Fast könnte man versucht sein zu sagen: Je mehr die ästhetisierte Apokalyptik genossen wird, umso stiller wird es um diejenigen, die in der Realität endzeitlich anmutenden Katastrophen ausgesetzt sind. Ist es so still um die Opfer von Bürgerkriegen, von extremer Armut, von Klimakatastrophen, weil ihr Leiden real ist und nicht so leicht der Kulturindustrie einzuverleiben ist wie die Symbolisierungen in Kunst, Kultur und Wissenschaft? Ist es so still um die 85 reichsten Menschen der Erde, die mehr Reichtum angehäuft haben als die untere Hälfte der globalen Bevölkerung oder 3,5 Milliarden Menschen, wie Oxfam behauptet, weil dieses Verhältnis alles Vorstellungsvermögen übersteigt?

Welche Rolle spielt die Theologie bei der von uns diagnostizierten „Wiederkehr des apokalyptischen Bewusstseins”? Ist ihre Tradition eine Quelle für die Bilder, die zum Zeitgeist passen, oder birgt die jüdisch-christliche Tradition auch andere Lesarten, die womöglich verschüttet sind? Verweist das „Ende” der einen Welt und der einen Zeit auf den Beginn einer neuen Welt und einer neuen Zeit? Oder stellt dieser Gedanke nur eine Flucht aus der Gegenwart dar, die ansonsten unerträglich wäre?

Dieses Heft geht der Frage nach, was „Apokalyptik” in der biblischen Tradition meint, wie diese biblische Tradition in der gegenwärtigen christlichen Theologie weiterlebt oder neu aufgenommen wird – und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Die konkrete geschichtliche Verortung der biblischen und systematischen Perspektiven markiert somit den Ausgangspunkt der Reflexion. Darüber hinaus aber haben wir einige unserer Autoren gebeten, konkreter und expliziter aus ihrer eigenen religiös-kulturellen Perspektive auf die Apokalyptik zu sehen. Ihre jeweils unterschiedlichen Blickwinkel bergen weitere interessante Einsichten zu den Diskursen der Apokalyptik. Unsere Hoffnung ist, dass wir so einen kleinen Beitrag zu einer Theologie leisten können, die in einem wichtigen Strang unserer Tradition verwurzelt ist, zu einer Theologie, die kein Selbstzweck ist, sondern Bestandteil einer Umwendung, die heute so dringlich ist wie immer dann, wenn Formen apokalyptischen Denkens und Redens entstanden.

Jürgen Ebach geht in seinem Beitrag von der Beobachtung einer geradezu widersprüchlichen Weise der Rezeption von „Apokalyptik” in der christlichen und jüdischen sowie modern-säkularen Wirkungsgeschichte aus: Wie konnte aus der apokalyptischen Zeitansage und der damit verbundenen Hoffnung, dass es „so nicht weitergeht”, die Zeit der (christlichen) Imperien werden? In einem genaueren Blick auf die Visionen des Daniel-Buches zeigt Ebach, dass diese bald als „Fahrplan der Weltgeschichte” hin zum endzeitlichen Weltuntergang umgedeutet wurden. Nach der konstantinischen Wende konnte zudem die aus 2 Thess 2,1–8 abgeleitete Vorstellung eines „katechon”, der den Untergang der Welt aufhält, auf die christliche Herrschaft bezogen werden. [...]


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