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Leseprobe 3
Jon Sobrino
Wenn der Christus Jesus ist
Essay über die Orthodoxie: Geschichte, frohe Botschaft und Parteilichkeit
Dieser Beitrag geht davon aus, dass das Christentum historisch und existenziell Jesus von Nazaret zum Dreh- und Angelpunkt hat. Als historische Wirklichkeit ist er Weg zu Christus und Garant seiner Realität. Diese Realität ist definitiv frohe Botschaft, eu-aggélion. Das rechte Denken der Orthodoxie muss mit dem rechten Handeln in der Nachfolge Jesu, der Orthopraxie, und mit dem rechten Ergriffensein von Jesus einhergehen. So haben es – im Sinne dieses Beitrags – Leonardo Boff und Ignacio Ellacuría gesagt. Und so hat es auch auf der Grundlage seiner eigenen Theologie Karl Rahner formuliert.

Innerhalb der Orthodoxie der christlichen Kirchen wurden seit den ökumenischen Konzilien der ersten Jahrhunderte transzendente Wahrheiten formuliert. Doch dies hat die historischen Wahrheiten keineswegs relativiert. Dies ist aufgrund des Neuen Testaments auch geboten, denn ohne diese historischen Wahrheiten sind die transzendenten Wahrheiten nichtssagend. Die historischen Wahrheiten verliehen den transzendenten zudem den Charakter einer frohen Botschaft und Parteilichkeit. Der Grund dafür liegt darin, dass am Ursprung Jesus von Nazaret steht.

Dies vor allem wollen wir reflektieren. Vorausschicken möchten wir jedoch: Der vorliegende Text stützt sich weder auf spezielle historische Kenntnisse noch hat er den Anspruch, spekulative Einsichten zu vermitteln. Das umfassende Phänomen des Glaubens und der Orthodoxie vom Brennpunkt Jesus von Nazaret aus in den Blick zu nehmen ist definitiv eine persönliche, wenn auch intellektuell verantwortete Entscheidung. Und wir meinen, dass dies eine Stütze für den Glauben der Christen sein und dazu beitragen kann, dass die Kirchen ein christlicheres Gepräge bekommen.

I. Das Historische ist der Weg zum Transzendenten und dessen bewahrende Kraft

Vor etlichen Jahren sollte ich die Hoheitstitel Christi erläutern: Herr, Messias, Gottesknecht, Menschensohn, Sohn Gottes, das Wort ... Mithilfe dieser Bezeichnungen wird die Wahrheit Christi so zur Sprache gebracht, dass man sie in analoger Weise als die Orthodoxie der ersten christlichen Gemeinden betrachten kann. Für mich war dies eine wichtige Entdeckung. Später jedoch wurden mir die Grenzen dieser Aussagen bewusst.

Zunächst ist es notwendig, die Hoheitstitel in angemessener Weise zu deuten. In einem landläufigen Verständnis des Neuen Testaments behauptet dieses: „Jesus ist Messias, er ist Herr ...” Doch das stimmt nicht. Es sagt vielmehr: „Messias, Herr, Gottesohn ist Jesus.” Auf diese Weise wird die Priorität des Substantivs Jesus gegenüber den Hoheitstiteln gewahrt, und dies hilft uns, uns ohne Risiko in die umfassende Wirklichkeit Jesu Christi hineinzubegeben. Betrachten wir die Konsequenzen genauer, die sich daraus ergeben, dass man die Hoheitstitel von Jesus von Nazaret her deutet.

1. Jesus von Nazaret – ob man ihn nun als den historischen, den irdischen Jesus oder sonstwie bezeichnet – ist der Weg zu Christus. Das bedeutet: Nur ausgehend von diesem Jesus, der zunächst historische Realität ist, und niemals ohne ihn können wir den Sprung hin zur transzendenten Realität Christi ungehindert vollziehen. Es ist gewiss gut und nützlich, sich vom Beginn des Johannesprologs berühren zu lassen und dessen Wahrheit anzunehmen. Doch es wird nicht viel bringen, wenn wir zuvor nicht den wirklichen Jesus in den Blick nehmen, der sein Zelt unter uns aufgeschlagen hat, uns nicht von ihm ergreifen lassen und uns nicht entschließen, ihm nachzufolgen. [...]


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