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Felix Wilfred / Daniel Franklin Pilario
Christliche Orthodoxie
Auf den ersten Blick mag Orthodoxie – im Sinne von Rechtgläubigkeit, nicht im Sinne der Orthodoxen Kirche – anmuten wie ein unschuldiges Bemühen um die Bewahrung der Wahrheit und des Gehalts religiöser Überzeugungen eines Menschen. Doch Geschichte und Erfahrung zeigen, dass es sich dabei durchaus auch um ein ideologisch aufgeladenes Konzept handelt, das immer als Mittel zur Exklusion gedient hat, als Ansatzpunkt, die Gedankenfreiheit zu unterdrücken, und als Waffe des Disziplinierens und Strafens. Nicht anders verhält es sich im Fall der christlichen Orthodoxie.

Doch das Christentum steht nicht allein in seinem unermüdlichen Bemühen um die Orthodoxie seiner Glaubensinhalte und Praktiken. Alle größeren religiösen Traditionen kennen verschiedene Methoden und Kriterien zur Festlegung des rechten Glaubens, zur darauf basierenden Inklusion oder Exklusion ihrer Mitglieder. In den indigenen Religionen ergeben die Mythen Kriterien für den rechten Glauben, und die Schamanen fungieren als ihre rechtmäßigen Interpreten. Darin, wie Rituale vollzogen werden, zeigt sich die Zugehörigkeit zu oder die Abweichung von dem, was eine Gemeinschaft für orthodox hält. Der Hinduismus teilt seine Denkschulen in zwei Arten ein: astika (orthodox oder theistisch) und nastika (heterodox oder nicht-theistisch), je nach dem, ob sie die Geltung der Veden (heilige Schriften) anerkennen oder nicht. Der Buddhismus war eine Entgegnung auf den orthodoxen Hinduismus und lehnte die Veden ab, jedoch organisierte er seinerseits Konzile, um Streitigkeiten über die „wahre Lehre” des Buddha beizulegen. George Gispert-Sauch stellt sogar fest, dass diese alten Religionen mehr um solche Abgrenzungen bemüht sind als etwa die semitischen Religionen Judentum und Christentum.

Wie aber interpretieren die Religionen ihr Erbe für unsere heutige Zeit? Hier lassen sich zwei verschiedene Tendenzen erkennen. Einerseits findet sich in vielen Religionen ein stärker werdender Fundamentalismus, der auf einer monolithischen und autoritativen Interpretation der eigenen Tradition besteht, die allen Mitgliedern auferlegt werden soll. Andererseits gibt es in der Postmoderne auch eine zunehmende Wertschätzung mannigfaltiger und divergierender Interpretationen und Praktiken. In einigen Fällen fungiert ein religiöses „Lehramt” als Schiedsgericht für die unterschiedlichen Auffassungen; in anderen Fällen ist es die gesamte Gemeinschaft, die darüber befindet, wer zu ihr gehört und wer nicht. Mitunter ist die Bedeutung der verehrten Schriften so zentral, dass jede Abweichung von ihrer „orthodoxen” Interpretation als heterodox gilt; anderenorts finden sich wiederum nur minimale und symbolische Kriterien, sodass die Gläubigen ansonsten frei sind, die Tradition ihren spezifischen Kontexten anzupassen, solange sie an einigen Basisinhalten festhalten.

Dieses Heft von CONCILIUM geht der Frage nach, wie das Drama von Orthodoxie und Heterodoxie im Christentum aufgeführt wird. Der christlichen Orthodoxie täte es gut, aus ihrer schmachvollen Geschichte befreit und im Lichte der Kernaussagen des christlichen Glaubens neu durchdacht zu werden. Die vorliegende Ausgabe von CONCILIUM ist ein Versuch in dieser Hinsicht, und sie bringt erhellende Beiträge aus verschiedenen Perspektiven. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit weist jeder dieser Beiträge in eine neue Richtung, wobei die Leser und Leserinnen bemerken werden, dass sich dabei eine gewisse Nähe der Überlegungen und ein allgemeiner Konsens einstellt. Einige der wichtigsten Einsichten in diesem Heft möchten wir hier schon andeuten.

Erstens muss die Neigung, den christlichen Glauben mit der Orthodoxie gleichzusetzen, relativiert und der bedeutendsten Aufgabe im christlichen Leben untergeordnet werden: nämlich dem rechten Tun im Lichte des Evangeliums und in den Fußstapfen von Jesus. Die einseitige Überbetonung der Rechtgläubigkeit in der christlichen Geschichte steht vor einer Wende, seit Papst Franziskus die Kirche durch Worte und viele symbolische Handlungen leitet. [...]


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