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Leseprobe 1
Gerard Mannion
Ein Fall von kognitiver Dissonanz?
Zur bleibenden Kluft zwischen Konzil und Kurie
Dieser kurze Beitrag befasst sich mit dem Dilemma derjenigen Handlungs- und Denkweisen in der Römischen Kurie, die den Richtlinien des II. Vaticanums widersprechen. Wir beschäftigen uns mit der begrüßenswerten Rückkehr zum Geist der Reform, mit der Frage, warum dieser Geist nach wie vor notwendig ist, mit den komplexen Faktoren, die hinter den divergierenden Sichtweisen von Konzil und Kurie stehen, und wir erforschen einige der wichtigsten Bereiche, in denen dergleichen beobachtet werden konnte. Wir formulieren die Theorie der kognitiven Dissonanz als vielversprechenden Ansatz zur Interpretation dieser Divergenz zwischen Konzil und Kurie. Fragen des kirchlichen Dialogs, der Beteiligung und der Mitverantwortung spielen bei jeder derartigen Untersuchung eine wichtige Rolle. Insbesondere Überlegungen zur Kollegialität und zum Laienapostolat weisen auf eine größere Divergenz im Verständnis und in der Ausübung des Lehramts hin, und dies wiederum ist ein Indiz dafür, dass es zwischen den ekklesiologischen Ansichten des II. Vaticanums und der Sichtweise, die in jüngerer Zeit in Rom vorgeherrscht hat, noch größere und grundsätzlichere Unterschiede gibt. Ein demütigeres, stärker dienstbezogenes Selbstverständnis der Kurie könnte zusammen mit einer überarbeiteten, auf die Welt des 21. Jahrhunderts abgestimmten Konzilstheorie zu größter Hoffnung Anlass geben, dass das Konzil endlich umgesetzt wird und die Kirche einer blühenden Zukunft entgegensieht.

Man hat mich gebeten darzulegen, wo die Handlungs- und Denkweisen in der Römischen Kurie den Richtlinien des II. Vaticanums widersprechen. Aufgrund der gebotenen Kürze werde ich hier lediglich einige allgemeine Beobachtungen formulieren können, die ich als Anstoß zum weiteren Dialog verstanden wissen möchte. Wir werden uns mit dem erfreulicherweise zurückgekehrten Geist der Reform befassen, herausarbeiten, warum dieser Geist nach wie vor wichtig ist, und die komplexen Faktoren untersuchen, die den Divergenzen zwischen der konziliaren und der kurialen Sichtweise zugrunde liegen. Der Ruf nach einer Kirchenreform „an Haupt und Gliedern” ist in der Kirchengeschichte schon des Öfteren laut geworden, wobei – daran erinnert uns Congar – mit Haupt meist nicht nur das Papsttum, sondern auch die Römische Kurie gemeint war. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde ferner deutlich, dass die Beziehungen zwischen der Kirche insgesamt und den kirchlichen Organisationsbehörden in Rom angesichts der veränderten Zeiten einer Überarbeitung bedürfen. Papst Paul VI. drängte darauf, dass „alle Konzilsbeschlüsse von den Gläubigen eingehalten werden”. Wenn das Konzil sich so eindeutig für weitreichende und umfassende Reformen ausgesprochen hat, warum reden wir dann im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts noch immer über diese Reformen? Gibt es Anlass zur Hoffnung, dass die Reform diesmal echt und tragfähig sein wird? Papst Paul VI. sagte den Konzilsvätern auf dem II. Vaticanum, sie seien diejenigen, die die genauen Details der Kirchenreform im Hinblick auf eine veränderte kirchliche Gesetzgebung und Disziplin festlegen und außerdem angeben sollten, „welche Maßnahmen zu treffen sind, um das Antlitz der Heiligen Kirche zu reinigen und zu verjüngen.” Warum also ist danach eine ganz andere Situation eingetreten, und welche Folgen hat dies gezeitigt?

I. Ein Fall von kognitiver Dissonanz in der Kurie?

Die Frage, welche realen Praktiken der Römischen Kurie in nachkonziliarer Zeit den Richtlinien des Konzils widersprechen, ist nicht ganz einfach zu beantworten. Es geht nicht darum, hier eine Liste aller kurialen Vorgehensweisen zu präsentieren, die dem Willen und Kurs des Konzils zuwidergelaufen sind. Die hier zu untersuchende Divergenz ist komplex, und das aus mehreren Gründen. [...]


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