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Luiz Carlos Susin / Daniel Franklin Pilario / Diego Irarrázaval
Die Ambivalenz des Opfers
In dieser Ausgabe von CONCILIUM präsentieren wir ein Thema, das in allen Religionen, sowohl in den elementarsten Formen als auch in den elaborierteren, eine zentrale Rolle spielt: das Opfer. Heute nimmt das Opfer sogar säkulare Formen an, die jedoch nicht weniger religiös anmuten. Ein interdisziplinärer, breit angelegter Versuch ist deshalb vonnöten, um der Spur des Opfers zu folgen. Die Ambivalenz des Opferbegriffs ist weit über seine beständigen Wandlungen hinaus von Interesse, aber auch die Gefahr, die von ihm ausgeht. Im Opfer zeigen sich die zwei Seiten einer Medaille: In ihm ist Tod und Leben, Verlust und Gewinn, Gewalt und Besänftigung. Nicht jedes Opfer ist jedoch ein Blutopfer: Auch Blumengaben, Tänze oder eine eucharistische Anbetung werden darunter gezählt. Es gibt unterschiedliche Formen des Opfers, und eine Theologie des Opfers bedarf der mühsamen, epistemologischen Arbeit, welche die ambivalente und vielseitige Semantik des Opfers wahrnimmt.

Das Opfer gehört, wie bereits erwähnt, nicht nur zu den archaischen Ausdrucksformen der Religionen. Das Opferthema durchzieht auch die Bibel. Im Kreuz, im Herzen des Christentums, wird das Opfer erhöht und ruht schließlich auch auf dem eucharistischen Tisch. Das römische Messbuch lässt keinen Zweifel: Wenn wir das Wort „Opfer” aus seinen Seiten eliminierten, würden uns allein die Buchdeckel bleiben. Folglich besteht die dringende Notwendigkeit, erneut darüber nachzudenken und zu klären, was ein „wahres” christliches Opfer sein könnte.

Unsere Frage lässt sich wie folgt zusammenfassen: Gibt es einen Kern oder eine gemeinsame Logik des Opfers – angefangen bei den hinduistischen Veden, in der einen oder anderen entfernten Kultur und in traditionellen oder modernen Gesellschaften bis hin zum römischen Messbuch? Handelt es sich dabei jeweils um Variationen des einen, immer gleichen Opfers? Oder gibt es entsprechend der unterschiedlichen Erfahrungen unter dem gleichen Namen verschiedene Semantiken und Bedeutungen? Gibt es ein typisch christliches Opferverständnis, mit dem sich der erlösende Tod Jesu, die eucharistische Erinnerung, das Martyrium in der Geschichte des Christentums und in der Gegenwart positiv fassen lassen?

Für René Girard geht das Menschsein aus dem mimetischen Begehren hervor. Während der Mensch auf sich selbst geworfen ist, entstehen mit dem Begehren gleichzeitig die Rivalität, die Gewalt und das Chaos. Um zu verhindern, dass Rivalität und Gewalt die Gemeinschaft zerstören, bedürften Menschengruppen eines sühnenden Opfers, das statt eines der Ihren eliminiert werde, um Frieden und Ordnung wiederherzustellen. Der Mechanismus des Opferns lasse die Zivilisation entstehen. Die Kultur, das Ritual und die Religion hätten hier ihren Ursprung. Das Opfer thematisiere den Tod immer nur in Verbindung mit dem Heiligen, und so würden im Opfer nicht nur die Taten geheiligt, sondern auch die Geopferten und die Opfernden. Sie würden zu Helden eines sie übersteigenden sakralen göttlichen Dramas. In der Erinnerung an das Opfer kehrten die Toten und ihre Geister zurück, und ein ewiger Kreislauf des Opferns aus heiliger Rache entstehe. Auf seine eigene mimetische Theorie antwortend, verweist Girard selbst jedoch auf die Erzählungen vom Frieden bringenden und ermordeten Jesus und auf seine Auferstehung. Er beendet seine Ausführungen mit der Metapher des leeren Grabes, das die wahre Überwindung aller Opfer sei. Girard zeigt auf, dass Gott das „wahre” Opfer gefalle: nämlich das eigene Leben zu geben und bis zum Schluss zu lieben (Joh 13,1). Gleichzeitig zeigt die Geschichte des Christentums, dass es immer wieder Rückfälle gegeben hat, „Menschen zu opfern” (Hinkelammert), durch Feuer und Kreuzzüge, Kolonialismus und Sklaverei, die Macht des Teufels und der Hölle. Verharrt also das Christentum nicht in der Ambivalenz des Opfers? Wäre es nicht angemessener, das Wort „Opfer” und somit den Bezug zu einer archaischen Religion aus dem christlichen Sprachgebrauch zu löschen? [...]


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