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Maria Clara Lucchetti Bingemer / Andrés Torres Queiruga / Jon Sobrino
Heilige und Heiligkeit heute?
Vorstellungen, Vorurteile und Vorbilder auf dem Prüfstand
Das Wort „Heiligkeit” scheint heute durch vielfältige und teils widersprüchliche Interpretationen belastet. Alles, wofür Heiligkeit steht, wie die katholische Kirche sie gedacht und intendiert hat, ist von zahlreichen Klischees und Vorurteilen durchzogen, die den Blick auf ihre eigentliche Tiefe verstellen. Man assoziiert Heiligkeit mit Frömmigkeit, außergewöhnlichen Phänomenen, Wundern, süßlichen Legenden und umständlichen Kanonisierungsverfahren. Fragt man jedoch, was es denn eigentlich sei, was da im Christentum (und unter anderem Namen auch in anderen religiösen Traditionen) gegenwärtig ist, so sind die Antworten, die man erhält, von einer gewissen Ambivalenz.

Die Bibel und die theologische Überlieferung der ersten Jahrhunderte haben unmissverständlich klargestellt, dass Gott allein heilig ist (Jes 6,3), dass sogar die Dämonen Jesus Christus als den Heiligen Gottes anerkannten und verkündigten (Lk 4,34) und dass er mit seinem Tod und seiner Auferstehung den Heiligen Geist gesandt hat, der über die ganze Geschichte und alles Fleisch ausgegossen worden ist (Joh 20,22.33). Auf dieser Grundlage muss die Heiligkeit als ein Lebensstil begriffen werden, der jedem Menschen offensteht: der Lebensstil Jesu, den sein Geist eingibt, um das Projekt vom Reich Gottes in der Welt voranzutreiben.

Im Lauf der Geschichte gab und gibt es noch immer Männer und Frauen, die dieses Angebot angenommen haben und von der Kirche als Heilige anerkannt worden sind. Doch wie alles hat sich auch die Vorstellung davon, was Heiligkeit ist, mit der Zeit entwickelt. Gleichwohl lässt sich innerhalb dieser Entwicklung ein roter Faden oder ein gemeinsamer Nenner ausmachen: Die Heiligen waren immer Menschen, die auf der Grundlage ihrer Gotteserfahrung auf die Herausforderungen der Zeiten und Kulturen geantwortet haben.

Die Heiligenleben – die oft anders verliefen, als man es vielleicht erwartet hätte, und die die gängigen Vernunftbegriffe, die Wohlmeinenden und die vorherrschenden Tendenzen der jeweiligen Gesellschaft korrigierten oder gar beleidigten – sind lebendige und beredte Zeugnisse. Sie geben Zeugnis davon, dass das Absolute in die Geschichte einbricht, Unmögliches möglich macht, dem menschlichen Leben mit seiner Begrenztheit und Zufälligkeit Sinn und Richtung gibt und es in eine beständige Suche nach einer Fülle verwandelt, die den Augen der Mehrheit verborgen bleibt.

Die vorliegende Ausgabe von CONCILIUM will über das Thema Heiligkeit und Heilige nachdenken und so dazu beitragen, dass man sich in der Kirche und in der Gesellschaft wieder eingehender mit der Frage nach den persönlichen und gemeinschaftlichen Paradigmen, den individuellen und kollektiven Vorbildern beschäftigt, die andere inspirieren und ermutigen, sich auf riskante, aber faszinierende Wege zu wagen. Daneben wollen wir zeigen, dass die Heiligkeit sich nicht zwangsläufig auf die institutionellen Grenzen der Kirche beschränkt, sondern immer und überall dort gefunden werden kann, wo der Mensch sich nicht nur von sich selbst, sondern vom Anderen und von der Liebe her begreift.

Die Heiligkeit ist oft mit einer entsagenden Haltung gegenüber der Welt, dem Leib und der Geschichte gleichgesetzt worden. Die Kanonisierungsprozesse der Kirche heben an den Heiligen zuweilen Tugenden und Verhaltensmuster hervor, die für die Männer und Frauen einer säkularisierten und autonomen Gesellschaft nicht mehr so ohne Weiteres verständlich sind. Mehr als einmal hat die Psychologie in den Heiligenviten und Legenden gefährliche pathologische Neigungen nachgewiesen, die den Sinn dessen, was man eigentlich kommunizieren und vermitteln möchte, völlig zu verzerren drohen. Unsere Überlegungen sollen deutlich machen, dass alle Heiligen, Männer und Frauen, sich in Wirklichkeit nur danach sehnen, zu leben: Sie wollen leben, in Fülle leben, und sie wollen anderen dabei helfen, das Abenteuer des Lebens in seiner ganzen Schönheit zu erleben. Vielleicht ist genau das der Grund für die neue Aktualität dieses Themas, das die Theologie von heute und morgen herausfordert – zu einer Zeit, da die Sehnsucht nach Transzendenz und Sinn im Leben und im Herzen der Menschen immer drängender wird. [...]


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