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Leseprobe 1
Lena Partzsch
Wasser in Gefahr – ein Problemaufriss
Dieser Tage findet der „Rio + 20”-Gipfel am Fuße des Zuckerhuts statt. Auch zwanzig Jahre nach dem ersten Erdgipfel bleibt eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen wie Wasser eine große Herausforderung. Zwar gilt die Erde als der „blaue Planet”, weil sie zu 75 Prozent mit Wasser bedeckt ist. Der größte Anteil allerdings ist Salz- und Brackwasser, Eis und Schnee. Weniger als vier Prozent des Wassers auf der Erde liegen als flüssiges Süßwasser vor – und diese Ressourcen sind durch Übernutzung und Verschmutzung stark gefährdet. Ein fundamentaler Wandel ist notwendig, um unsere Gewässer zu schützen und in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Fast eine Milliarde Menschen weltweit hat kein sauberes Trinkwasser, und mehr als doppelt so vielen fehlt eine sanitäre Versorgung.

Der vorliegende Beitrag stellt aus einer sozial- und politikwissenschaftlichen Perspektive zunächst die größten diesbezüglichen Herausforderungen vor: die Verknappung der Süßwasserressourcen und die daraus resultierenden Konflikte. Die Ziele, die sich die internationale Staatengemeinschaft zur Lösung dieser Probleme gesetzt hat, werden diskutiert und Ansätze zu ihrer Umsetzung vorgestellt: Wie können wir weiterverfahren, um eine faire und nachhaltige Wassernutzung zu realisieren?

Verknappung des Süßwassers


Nur zehn Prozent des weltweiten Wasserkonsums finden direkt im privaten Haushalt statt. Der höchste Wasserverbrauch mit über 70 Prozent entfällt auf die Nahrungsmittelproduktion in der Landwirtschaft, gefolgt von der Industrie mit etwa 20 Prozent. Für die Erzeugung eines Liters Milch sind beispielsweise 1000 Liter Wasser notwendig – für den Anbau der Futterpflanzen, für die Kuh selbst, für den landwirtschaftlichen Betrieb und für die Weiterverarbeitung der Milch. Mehr als 1300 Liter Wasser werden benötigt, um ein Kilogramm Brot herzustellen. Der Begriff „virtuelles Wasser” hat sich etabliert, um Wasser zu beschreiben, das zur Herstellung eines Produktes notwendig, im Endprodukt allerdings nicht mehr sichtbar ist. Zu den täglich etwa 130 Litern Wasser pro Kopf, die in deutschen Haushalten direkt als Trinkwasser, zum Kochen oder für andere Haushaltsbedürfnisse genutzt werden, kommen noch einmal 5158 Liter virtuelles Wasser hinzu.

Vor allem dort, wo der Anteil der Bewässerungslandwirtschaft hoch ist, wird Wasser übernutzt, z.B. in der Indio-Ganges-Ebene in Südasien, der Nordchina-Ebene und den Hochebenen Nordamerikas. In der konventionellen, industrialisierten Landwirtschaft werden zudem chemische Düngemittel verwendet (Phosphate, Nitrate, Pestizide), die die Gewässer belasten, indem sie unter anderem zu vermehrter Algenbildung führen. Nitrate aus der Massentierhaltung sind gerade in vielen westeuropäischen Staaten ein großes Problem für die Gewässerqualität. Die Kosten der Aufbereitung tragen die einzelnen Wassernutzer und nicht die Landwirte, die die Verschmutzung zu verantworten haben. Mitunter ist es zudem bei anhaltender Belastung schlicht nicht mehr möglich, die ursprüngliche Wasserqualität wiederherzustellen.

Durch die Globalisierung der Wirtschaft werden Produkte wie Nahrungsmittel immer seltener dort konsumiert, wo sie produziert werden. Das führt zur absurden Situation, dass Europa virtuelles Wasser aus dem trockenen Afrika importiert und die Übernutzung und Verschmutzung der Ressourcen dort mit vorantreibt – ohne dass europäische Verbraucher und Verbraucherinnen sich ihrer Verantwortung diesbezüglich bewusst sind. Das in Deutschland genutzte virtuelle Wasser beispielsweise wird zu 58,7 Prozent importiert. Durch die Einfuhr vor allem agrarischer Güter werden heimische Wasserressourcen zu Lasten der Erzeugerländer geschont. Durch die wasserintensive Blumenproduktion in Kenia für den Export ist beispielsweise der See Naivasha fast versiegt. Der See dient neben den mehr als 350 Vogelarten, Nilpferden, Büffeln, Affen und anderen seltenen Tieren auch den Massai-Nomaden als Tränke für ihre Tiere: „Ohne es zu wissen, schmälern die Blumenliebhaber ferner Länder so jenem Teil der Bevölkerung, der nicht an den Erlösen der Blumenproduktion teilhat, die Existenzgrundlage.” [...]


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