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Leseprobe 3
Susan M. St. Ville
Befreiende Entsagung: Gedanken zur feministischen Spiritualität der Gegenwart
Mit ihrer beständigen Aufmerksamkeit für die Geschichte hat die Gender-Theorie immer wieder gezeigt, dass man zu einem tieferen Verständnis der Gegenwartsfragen gelangt, wenn man die (oft bestrittene) Entwicklung von Begriffen über eine gewisse Zeit zurückverfolgt. Um sich dem Thema Gender und Spiritualität und insbesondere den Möglichkeiten einer christlichen feministischen Gegenwartsspiritualität zu nähern, ist es daher hilfreich, einen raschen Blick auf die Ausdrucksformen und Hoffnungen zu werfen, die sich früher an diesen Bereich der Forschung und Praxis knüpften.

Das liberale Selbst der feministischen Theologie und die poststrukturalistische Kritik

Der Boom der feministischen Theologie in den 1970er und 1980er Jahren hat unter anderem inspirierende Perspektiven einer entschieden auf Befreiung ausgerichteten feministischen Spiritualität hervorgebracht. Natürlich nahmen diese jeweils unterschiedliche Formen an, doch Anne Carr bringt die Gemeinsamkeiten treffend auf den Punkt: „Eine feministische Spiritualität ist jene Weise, zu Gott (und jedem und allem, was mit Gott zu tun hat) in Beziehung zu treten, die diejenigen an den Tag legen, die sich der historischen und kulturellen Beschränkung von Frauen auf einen eng definierten ,Platz’ innerhalb der umgebenden menschlichen (männlichen) Welt zutiefst bewusst sind.” Wenn Spiritualität die persönliche Beziehung des Selbsts zum Göttlichen ist, dann sei eine feministische Spiritualität die Beziehung eines spezifisch feministischen Selbsts zum Göttlichen. Diese in einem feministischen Bewusstsein verwurzelte spirituelle Interaktion bringe zum einen persönliche Veränderungen für die Glaubende mit sich und beeinflusse zum anderen ihr politisches Handeln in der Welt. Die persönliche Veränderung charakterisiert Carr als Selbst-Ermächtigung, wobei sie darauf hinweist, dass die Glaubende durch Anbetung „nach einer immer freieren, aber stets menschlichen Selbst-Transzendenz im Angesicht eines Gottes strebe, der uns nicht Diener, sondern Freunde nennt”. Das egalitäre Ethos der Beziehung zum Göttlichen wird zum Modell für die Beziehungen in der Welt und spornt die Glaubende an, sich jenen Strukturen der Unterdrückung entgegenzustellen, die die individuelle Freiheit zu beschneiden suchen.

Aus heutiger Sicht, also mit einem Abstand von etwa 30 Jahren, fallen vor allem die Grundannahmen auf – namentlich die vom Wert eines freien und transzendenten Selbsts –, die dieser optimistischen Sicht feministischer Spiritualität zugrunde liegen. Denn in den Jahren danach haben insbesondere Gender-Theoretiker mit einem poststrukturalistischen Hintergrund die Legitimität des liberalen Selbsts rundheraus kritisiert. Diese Kritik, die wohl in den Schriften von Judith Butler am deutlichsten geäußert wird, stellte das Projekt der feministischen Theologie vor bedeutende epistemologische Herausforderungen, die schließlich zu einer wichtigen Neubewertung ihrer Ziele und Möglichkeiten führten. Im Folgenden werde ich einige der Probleme untersuchen, die diese analytischen Angriffe nun wiederum für die christliche feministische Spiritualität aufwerfen. Auf der Grundlage der hier exemplarisch herangezogenen Schriften von Judith Butler werde ich näher auf die Frage eingehen, was es heißt, ein Selbst in Beziehung zum Göttlichen zu denken, wenn der Begriff des Selbsts radikal in Frage gestellt wird. Wie können wir uns die Wirkung oder die persönliche Veränderung, die innerhalb einer feministischen Spiritualität begünstigt wird, noch vorstellen? Und was bedeutet der Identitätsverlust für die politische Effektivität dieser Spiritualität? [...]


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