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Lisa Sowle Cahill / Diego Irarrázaval / Elaine Wainwright
Gender und Theologie: eine Einführung
Heute sind sich die meisten Christen und Christinnen auf der Welt darin einig, dass sowohl Frauen als auch Männer nach dem Bilde Gottes geschaffen und gleichermaßen in Christus erlöst wurden. Ebenso wissen die meisten Gläubigen, dass Gott jenseits von Raum und Zeit existiert, und auch wenn „er” als ein „Vater” gedacht wird, ist „er” nicht im Wortsinne männlich. Die großen trinitarischen und christologischen Konzile von Nicaea (325 n. Chr.) und Chalkedon (451 n. Chr.) gehen davon aus, dass das Menschsein Jesu wesentlich für seine Rolle als Erlöser ist und sehen ihn daher klar als einen Mann. Aber niemals behaupten sie, dass es Christi Männlichkeit sei (statt seines Menschseins), die die Menschen in erlösender Weise mit Gott verbinde. Jesu alle Geschlechter einschließender Dienst am Reich Gottes stellte viele Gender-Stereotype seiner Zeit ebenso wie die herkömmlichen Einschränkungen für Frauen in Frage. Und auch wenn die frühe Kirche Züge der patriarchalischen griechischen „Haustafeln” in die Heilige Schrift aufgenommen hat, scheint doch ein inklusives Idealbild von Kirche überall durch: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid ,einer’ in Christus Jesus.” (Gal 3,28)

Dennoch haben die christlichen Kirchen im Lauf der Geschichte Gott und Erlösung in ihren Theologien, Spiritualitäten und in ihrer Praxis oftmals aus einer einseitigen Gender-Perspektive gedeutet, die sich insbesondere zum Nachteil von Frauen auswirkte. Deshalb sah sich Johannes Paul II. veranlasst, in seinem Brief an die Frauen von 1995 festzustellen:

„Wir sind leider Erben einer Geschichte enormer Konditionierungen, die zu allen Zeiten und an jedem Ort den Weg der Frau erschwert haben, die in ihrer Würde verkannt, in ihren Vorzügen entstellt, oft ausgegrenzt und sogar versklavt wurde. [...] Aber wenn es dabei, besonders im Rahmen bestimmter geschichtlicher Kontexte, auch bei zahlreichen Söhnen der Kirche zu Fällen objektiver Schuld gekommen ist, bedauere ich das aufrichtig.“ (Nr. 3)

Geschlechter-Stereotype beschädigen auch das volle Menschsein der Männer, indem sie ihnen gesellschaftlich konstruierte Vorstellungen von „Männlichkeit” aufzwingen, die das Spiegelbild der Frauenunterdrückung sind. Heute werden sowohl Männlichkeit als auch Weiblichkeit als problematische Konzepte verstanden, und das Modell der Komplementarität der Geschlechter wird in Theorie und Praxis in Frage gestellt.

Diese Ausgabe von CONCILIUM geht den impliziten und expliziten Gender-Aspekten in der christlichen theologischen Tradition nach. Dabei gilt das Augenmerk insbesondere deren Einfluss auf die Zusammensetzung und Interpretation der Schrift, auf die Formulierung theologischer Lehrmeinungen, auf die Ausprägung christlicher Spiritualitäten sowie auf die Sicht der Kirche, die einerseits eine Institution ist, aber andererseits auch örtliche Gemeinschaften und Laien in verantwortlichen Positionen umfasst.

Ein einführender Essay von Regina Ammicht Quinn handelt von der Unterscheidung und dem Verhältnis von biologischem (sex) und sozialem Geschlecht (gender). Er erinnert uns daran, dass es gefährlich sein kann, Gender-Ideologien zu demaskieren. Von den Spannungen in den Kreisen, die die biblischen Texte hervorbrachten, sowie in all den Gemeinschaften, die diese Texte lesen, berichten Elsa Tamez in ihrem Aufsatz über die Führungsrolle von Frauen im Neuen Testament und Marie-Theres Wacker in ihrer Untersuchung der biblischen Erzählung von Rut. Das tatsächliche Leiden von Frauen in akuten Situationen der Gender-Unterdrückung wird drastisch sichtbar im Bericht von Anne Arabome zur Rolle von Frauen in Kirche und Gesellschaft, wie sie vor allem auf der Südhalbkugel der Erde in Erscheinung tritt. Rebeka Anić untersucht die Gender-Politik, die neuere päpstliche und bischöfliche Dokumente widerspiegeln. Luís Corrêa Lima geht es um die Vermeidung binärer Kategorien, wenn er die Bedeutung der Gender-Unterschiede für den Sex, die Heterosexualität und die Homosexualität aufzeigt. [...]


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