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Leseprobe 3
Andrés Torres Queiruga
Lehramt und Theologie: Die Prinzipien gemessen an den Tatsachen
Das Zweite Vatikanische Konzil hat Fundamente gelegt und Türen geöffnet. Bereits die Tatsache seiner Durchführung stellte eine hervorragende Gelegenheit dar, neue Möglichkeiten auszuprobieren: Die Zusammenarbeit zwischen Bischöfen und Theologen erwies sich anfangs als nicht leicht, doch sie sollte außerordentlich fruchtbar werden. Ohne diese Zusammenarbeit wäre das Ergebnis des Konzils nicht denkbar. Es war eine Übung kirchlicher Brüderlichkeit, die es ermöglichte, eine neue Ekklesiologie auf den Weg zu bringen. Das Konzil griff Einsichten und Praktiken der frühen Kirche wieder auf und ermöglichte deren Aktualisierung nach Jahrhunderten (vor allem der letzten) der institutionellen Verhärtung.

Anmerkung zur Situation in Spanien

Nach dem Konzil harrten die Prinzipien eines neuen Verhältnisses zwischen Lehramt und Theologie ihrer Umsetzung. Doch diese war nicht leicht: Die Trägheit im Denken und die Dynamik des Machtinstinkts machten sich bereits bei bestimmten unglücklichen Interventionen auf dem Konzil bemerkbar – nicht nur in der Konzilsaula, wie etwa bei den Kompromissen, welche viele Texte mit einer gewissen Zweideutigkeit belasteten, sondern auch von außerhalb, wie etwa im Fall der unangebrachten Nota praevia zur Kirchenkonstitution Lumen Gentium, oder auch aufgrund der Tatsache, dass sich der Papst bestimmte Themen vorbehielt, und dies angesichts des universalsten Konzils, das es je gegeben hat. Seither haben sich bis auf den heutigen Tag die Dinge verschlimmert, und die Prinzipien laufen Gefahr, unter dem Gewicht einer bestimmten Tendenz zusammenzubrechen, die – unter Berufung auf das Konzil selbst – das Konzil praktisch verneint.

In einigen Ländern, wie etwa in Spanien, hat sich diese Reaktion in letzter Zeit sehr verschärft. Nach einer Zeit klarer Fortschritte – die allerdings nicht ohne Hindernisse erzielt wurden, wie etwa die Opposition gegen die Gemeinsame Versammlung der Bischöfe und Priester (1971) zeigt – begann mit dem Abschied von Kardinal Tarancón vom Vorsitz der Spanischen Bischofskonferenz ein entschiedener und zunehmender Autoritarismus um sich zu greifen. In letzter Zeit wurde dieser noch verschärft durch die Dominanz – die selbst für einen Teil der Bischöfe und, worauf alles hindeutet, auch für Rom unangenehm ist – einer kleinen Gruppe von Theologen, die mithilfe der Kommission für die Glaubenslehre eine beinharte Zensur gegenüber jedem Vorschlag zur Erneuerung ausüben. Diese Zensur ist theologisch sehr dürftig und entschieden antikonziliar. Theologische Werke, die in anderen europäischen Ländern problemlos erscheinen könnten, werden Opfer der Zensur. Selbst der Sekretär der Kongregation für die Glaubenslehre, Msgr. Ladaria, und der Träger des Ratzinger-Preises 2011 waren vonseiten Angehöriger dieser Gruppe schweren Anschuldigungen ausgesetzt. Der jüngste Fall ist das Buch Jesús. Aproximación histórica (2007) von J. A. Pagola. Hier wurde jedes Maß überschritten, und auch der Bischof, der das Buch nach sorgfältiger Prüfung ausdrücklich autorisierte, wurde in die Zensur mit einbezogen.

Der Schaden für die theologische Forschung und der starke Glaubwürdigkeitsverlust für die Kirche sind klare Folgen dessen. Wie schwerwiegend sie sind, ist nicht leicht zu ermessen. Doch diese anormale Situation ist auch der – übertriebene – Ausdruck eines allgemeinen Klimas, und es kommt tatsächlich entschieden auf die Analyse dieses Klimas an. [...]


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