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Leseprobe 1
Éloi Messi Metogo
Das kirchliche Lehramt und die Theologie in Afrika
Nach einhelliger Überzeugung ist das Sammelwerk Des prêtres noirs s’interrogent [Schwarze Priester stellen sich Fragen] als Startpunkt der afrikanischen Theologie zu betrachten. Was es auch immer mit ihren Schwächen und Unzulänglichkeiten auf sich haben mag, so hat diese Theologie weithin beigetragen zum Entstehen eines örtlichen kirchlichen Lehramtes, das nicht einfach nur der Resonanzkörper der Lehräußerungen des Papstes oder der Konzilien ist. Es ist nicht uninteressant zu vermerken, dass zwei Autoren des genannten Sammelwerkes, Robert Dosseh und Robert Sastre, in Togo bzw. in Benin Bischöfe geworden sind. Dies ist auch der Fall bei so hervorragenden Theologen wie Tarcisse Shibangu (in der Demokratischen Republik Kongo) und Anselme Sanon (in Burkina Faso). Das bedeutet nicht, dass es keine Spannungen gäbe zwischen den Bischöfen und den afrikanischen Theologen. Man wird sich auch an die Beziehungen zwischen dem römischen Lehramt und den afrikanischen Theologen erinnern, wie sie im Zuge der an die Bischöfe und Theologen gerichteten Verwarnungen oder der Stellungnahmen zur afrikanischen Theologie zum Ausdruck kamen. Das historische Ereignis der ersten afrikanischen Synode, die eine reichhaltige Klärung der Lehrmeinungen zu unserem Thema eingebracht hat, wird uns in unseren Analysen als Leitfaden dienen. Die Ausführungen schließen mit Erwägungen zur unentbehrlichen Zusammenarbeit des Lehramtes und der Theologie im Dienst des Entstehens und der Glaubwürdigkeit einer afrikanischen Katholizität.

I. Das afrikanische Lehramt und die Theologie

1956, als Des prêtres noirs s’interrogent veröffentlicht wird, gibt es bereits ein afrikanisches Lehramt, das aber im Wesentlichen von Bischöfen nichtafrikanischer Herkunft ausgeübt wird. Es gibt erst sehr wenige autochthone Bischöfe, und Paul Etoga, seit 1955 Weihbischof von Bischof René Graffin von Jaunde (Kamerun), ist zweifellos der erste autochthone Bischof von Französisch-Schwarzafrika. Dieses Lehramt kommt zum Ausdruck in einem Vorwort in Form eines Briefes an die Autoren des berühmten Sammelbandes; der Brief stammt von Marcel Lefebvre, dem Erzbischof von Dakar und Apostolischen Delegaten für das französischsprachige Schwarzafrika. Dieser Text verdiente eigentlich eine vertiefte Studie, für die aber hier kein Platz ist. Obwohl der Apostolische Delegat zur Reflexion „über die Probleme des afrikanischen Apostolats, die von Kindern Afrikas unternommen wurde”, ermutigt, legt er Wert darauf, an „die Lehre der Kirche” zu erinnern, „sofern sie die Einführung von Elementen der örtlichen Kulturen (Gesang, Tanz, Malerei, Skulpturen und überlieferte Zeremonien, die mit der Geburt, mit der Initiation, der Eheschließung und dem Tod verbunden sind) in die Liturgie der Kirche berühren. Im Unterschied zu Gesang, Malerei und Skulpturen stellten die anderen Elemente Gefahren des Synkretismus, der Unmoral, des Fetischismus oder des Aberglaubens dar. Er rühmt die Ordnung und die katholische Disziplin, die „den anderen Kirchen, die nicht mit Petrus verbunden sind”, leider fehlten: Die Kirche „ist schön, weil sie den Glanz der Ordnung besitzt”, der verstanden wird als „Einheit in der Verschiedenheit”, nicht als „Einförmigkeit” oder „Anarchie”. Diese Einheit aber unterscheidet sich keineswegs von der Einheit, welche die Natur wunderbarerweise verwirklicht, „wenn sie die kostbare Besonderheit und die Verschiedenheit jeden Wesens wahrt und dabei gleichzeitig eine tiefe Einheit aufrechterhält, welche die Arten mit den Gattungen und die Gattungen mit dem umfassenderen Pflanzen- oder Tierreich verbindet ...” Der letzte Abschnitt stellt eine seltsame Trinität vor, in der die Kirche den Platz des Heiligen Geistes einnimmt und die Sendung empfängt, „alle Kreatur zu heiligen, um sie durch Jesus Christus zu Gott zu bringen”! Es ist klar, dass dieser Text kein Vertrauen hat zum Projekt einer afrikanischen Theologie, die das Risiko berge, zur Gefahr zu werden für „die Einheit des Glaubens und der Sitten”, die durch Petrus „im Rahmen der kirchlichen Disziplin” gewährleistet sei. Auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil aber werden Afrikas Bischöfe fremder Herkunft all das in Frage stellen, was zum Patriarchat des Okzidents geworden ist, und sie werden für die Rückkehr zu den Patriarchatsstrukturen des ersten Jahrtausends plädieren. An diesem Vorschlag aber ist leider nicht festgehalten worden. [...]


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