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Leseprobe 2
Néstor O. Míguez
Für eine Wirtschaft, die Gnade kennt
Wer das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Religion in den biblischen Texten erforscht, bezieht sich in der Regel auf die alttestamentlichen Propheten oder die Evangelien und insbesondere auf Lukas. Dort erhalten die Kritik am Missbrauch der ökonomischen Macht und das Engagement für eine Wirtschaft, die die Situation der Armen und Ausgebeuteten, der Witwen, Waisen und Fremden berücksichtigt, besondere Bedeutung (z.B. Jes 1,11–23, um nur eine von vielen Stellen zu nennen). Das Wort, mit dem Jesus in Anlehnung an den Propheten verkündet, er sei gekommen, um „den Armen eine gute Nachricht” zu bringen (Lk 4,18), und seine Forderung: „Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! [...] Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz” (Lk 12, 33–34), scheinen eindeutig auf ein messianisches Verständnis vom Sinn der Ökonomie hinzuweisen. Der Gegensatz zwischen dem Dienst an Gott und dem Dienst am Mammon, dem Gott des Reichtums (Lk 16,13), unterstreicht die Spannung zwischen den beiden Betrachtungsweisen der Wirtschaft – einmal als Mittel und einmal als Zweck.

In den genannten Texten sind die Aussagen zum Thema Ökonomie sehr direkt. Doch es finden sich auch andere Stellen, die zum theologischen Verständnis des Ökonomischen beitragen. In dem städtischen Milieu, in dem sich das entstehende paulinische Christentum entfaltet, ließen sich die Optionen nicht so unmittelbar umsetzen wie in der ländlichen Umgebung, in der Jesus sich bewegt hatte, weil die ökonomischen Beziehungen entweder monetär oder durch eine stärker segmentierte Gesellschaft vermittelt und daher komplizierter waren. Deshalb reizt es uns – vor dem Horizont einer augenscheinlich von der Finanz dominierten Wirtschaft und inmitten komplexer Gesellschaften – uns mit jenen anderen Texten zu befassen, die uns die Richtung weisen, wenn wir uns in einem verworreneren Panorama zurechtfinden müssen. Wenngleich die Auseinandersetzung mit Paulus und dem paulinischen Erbe normalerweise aus dem theologischen und ekklesiologischen Blickwinkel erfolgt, können die Pastoralbriefe auch als Texte gelesen werden, die die Beziehung zwischen Wirtschaft und Glauben verdeutlichen – und somit als kritischer Einstieg in unser Thema dienen. In diesem Sinne wollen wir nun zwei Texte untersuchen, die mir von Bedeutung zu sein scheinen, wenn es darum geht, das Denken des Apostels und seiner Anhänger zu erforschen: die Bemerkungen zu den Spenden, die der Apostel für die Kirche von Jerusalem sammelt, und das letzte Kapitel des sogenannten Ersten Timotheusbriefs.

Verwendung von Ressourcen: Die Spende für Jerusalem

Fassen wir zunächst noch einmal kurz die Geschichte dieser Spende zusammen, die sich mithilfe der Angaben aus den verschiedenen Paulusbriefen rekonstruieren lässt. Die erste Erwähnung findet sich im Epilog des Ersten Korintherbriefs (16,1–4) und stammt demnach vermutlich aus der Zeit vor 57. Dort schlägt Paulus eine praktische Vorgehensweise für die Spende vor, die sich bereits in Galatien bewährt hat (Gal 2,10). Die Spende wird als „Sammlung” bezeichnet (logía = Kollekte) und ist für „die Heiligen” bestimmt.

Die Art, wie Paulus diese Sammlung in einem späteren Brief beschreibt und begründet, kann uns helfen, seine Sicht auf das Ökonomische nachzuvollziehen (2 Kor 8 und 9). Paulus hebt das Verhalten der Gemeinden von Mazedonien hervor, die trotz Verfolgung und äußerster Armut „über ihre Kräfte spendeten” (2 Kor 8,1–3). Die Bewertung der Spende ist nun eine andere: An die Stelle des administrativen Terminus treten hier zwei andere Begriffe, in denen der tiefere Sinn dieser Sammlung anklingt: Sie ist eine „diakonía” (ein Dienst) und eine „koinonía” (eine Gemeinschaft).

Was Paulus‘ Einstellung zu den wirtschaftlichen Gegebenheiten betrifft, ist dies kein unbedeutender Hinweis, sondern erklärt den letzten Sinn dieser Kollekte, die in gewisser Weise zum Paradigma einer „messianischen Ökonomie” wird. Aus einer buchhalterischen Angelegenheit wird ein Weg, solche Werte wie Dienst und Gemeinschaft zum Ausdruck zu bringen. [...]


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