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Luiz Carlos Susin / Erik P. N. M. Borgman
Ökonomie und Religion: Zwei Seiten derselben Medaille?
Die im Jahr 2008 ausgebrochene Finanz- und Wirtschaftskrise und die darauf folgenden Wirtschaftskrisen bislang prosperierender Ökonomien im Westen sind ein neuerlicher Anstoß für das Nachdenken über das herrschende Wirtschaftssystem, den Kapitalismus, und dessen Anfälligkeiten. Zur Widersprüchlichkeit des Systems, das neue Arme und neue soziale Ungleichheit erzeugt und weltweit die Ökologie gefährdet, gesellt sich nun eine tiefe innere Vertrauenskrise. Diese „Vertrauenskrise” erinnert daran, dass zum Funktionieren der Ökonomie Glaubensanteile gehören. Es gibt auch eine Verknüpfung von Ökonomie und Soteriologie: Nach der „Heilsökonomie” (Eusebius von Caesarea) und der „Wirtschaft als Rettung” (Max Weber) deuten nun die aufeinanderfolgenden Krisen und die Versuche der Staaten, den Banken und Privatinvestitionen beizuspringen, auf die unabdingbare Notwendigkeit der „Rettung der Ökonomie” (Patrick Viveret) hin. Ist dies die Wirtschaftsform, die heil und heilsam sein muss? Was oder wen will man retten, wenn man die Ökonomie retten will? Und wer ist der Heilsbringer, der „Messias” der Wirtschaft? Der Neoliberalismus versuchte getreu seiner Auffassung vom „Minimalstaat” die Intervention des Staates in das Wirtschaftsgeschehen möglichst zu reduzieren, und nun wird der Staat dazu aufgefordert, die Protagonisten der liberalen Ökonomie mithilfe öffentlicher Gelder oder mithilfe des Beitrags aller zu retten. Die Verbindung von Ökonomie und Religion ist kein typisch „westliches” Merkmal. Im Gegenteil, die Rationalität der Moderne versuchte, diese in vormodernen Kulturen miteinander verbundenen oder symbiotisch aufeinander bezogenen Sphären zu trennen. Dennoch weisen selbst im Westen Ökonomie und Religion – in diesem Fall das Christentum – viele Schnittstellen und ein Verhältnis gegenseitiger Durchdringung von Dogmen und Mystik auf.

Die Kirche hat sich in ihrem Lehramt immer stärker im Bereich der Ökonomie zur Geltung gebracht, indem sie diese zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Soziallehre machte. Es stellt sich jedoch eine methodologische Frage: Wenn man die Ökonomie lediglich innerhalb der Sittenlehre und vor allem von einem Standpunkt außerhalb des Systems her behandelt, dann kann dies den Eindruck erwecken, idealistisch, ja sogar überheblich und heuchlerisch zu sein. Nicht nur die Praxis hat diese Ineffektivität deutlich gemacht, sondern bereits die theoretische Herangehensweise selbst. Das Verständnis der Ökonomie mithilfe von soteriologischen, messianischen, pneumatologischen, also theologischen Kategorien hat ein neues Licht auf diese Verknüpfung von Ökonomie und Religion geworfen. Und umgekehrt haben die in der Religion vorgefundenen Kategorien und Regeln der Ökonomie und die häufige Vorwegnahme dessen in der Religion, was sich später in der Ökonomie, selbst in säkularisierter Form, als wirkungsvoll erwies, in jüngster Zeit auch Einfluss auf das Verständnis von Religion ausgeübt. Schließlich können die mimetische Nachahmung und die Symbiose auch in den am stärksten säkularisierten Gesellschaften die Wurzel der Vertrauenskrise in der Wirtschaft wie auch der Vertrauenskrise in der Religion und spezifischer noch der Krise des Vertrauens in die Wirksamkeit beider bilden.

Deshalb widmet sich diese Ausgabe von CONCILIUM diesen Schnittstellen und Verbindungen von Ökonomie und Religion nicht einfach nur vom Standpunkt ethischer Forderungen aus, welche die Religion, das Christentum und die Kirchen an die Ökonomie richten und ihr eingeben können bzw. müssen, sondern sie reflektiert die theologischen Implikationen dieses Verhältnisses. Das Thema ist für das Christentum insofern relevant, als es eine Religion der Inkarnation darstellt, welche die Ökonomie von „unserem täglichen Brot” als dem Brot der Gerechtigkeit und dem eucharistischen Brot, letztlich der Tischgemeinschaft des Reiches Gottes her mit einbezieht.

In diesem CONCILIUM-Heft wird die Theologie ausschließlich interdisziplinär und transdisziplinär entwickelt. Der Beitrag von Jung Mo Sung bietet eine ausführliche theoretische Einleitung zu den Schnittstellen zwischen Ökonomie und Religion. Darauf folgt der Beitrag von Erik Borgmann, in dem Wirtschaft und Religion in den Bezugsrahmen der gesellschaftlichen Beziehungen gestellt werden. [...]


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