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Leseprobe 3
Hans Küng / Jürgen Moltmann
Ökumenische Spiritualität – heute schon gelebt
Auszüge aus dem Gespräch von Hans Küng und Jürgen Moltmann auf dem 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München
Hans Küng: Unser Thema heißt „Ökumenische Spiritualität – heute schon gelebt”. Ich glaube, wir können von uns sagen, dass wir sie bereits leben. Als Karl Barth, der große reformierte Theologe, mich einmal fragte: „Was ist eigentlich zwischen Ihnen und mir?”, antwortete ich ihm: „Ja, eigentlich nichts, aber hinter Ihnen und hinter mir ist sehr viel.” Wir sollten uns deshalb nicht mit Reförmchen begnügen; wir sollten eine neue Reformation – nicht zur Spaltung, sondern zur Einheit der Kirche – fordern.

Jürgen Moltmann: Ökumene ist für mich nicht die Zusammensetzung der Bestände der vorhandenen Kirchen. Ökumene heißt: Gemeinschaft aus der Erneuerung der Kirchen im Namen Jesu Christi. Nicht die Einheit bringt die Erneuerung, sondern die Erneuerung bringt die Einheit. Ich will ein Beispiel dafür nennen. Da ist 1962 etwas Unerwartetes und Plötzliches geschehen, das Zweite Vatikanische Konzil. Nichts hat so sehr auf uns Protestanten gewirkt wie das Zweite Vatikanische Konzil. Wir haben damals die katholischen Christen bewundert und beneidet um diesen großen Schritt. Ich habe nie eine größere Gemeinschaft mit katholischen Christen erlebt als im II. Vaticanum und danach in der Zeitschrift CONCILIUM, der ich 20 Jahre lang als Mitherausgeber angehört habe. Die konziliare Kirche, das ist die Hoffnung, die ich habe.

Küng: Insofern hat der Paradigmenwechsel damals schon begonnen, aber er ist eben nur zu 50 Prozent geschehen. Wir haben jetzt die Volkssprache, wir haben die Volksliturgie, wir haben auch den Laienkelch, aber wir haben zum Beispiel nicht die Priesterehe. Wir haben vom Paradigma der Aufklärung die Religionsfreiheit, wir haben die Wende gegenüber dem Judentum, wir haben die Wende gegenüber den Weltreligionen und zur säkularen Welt. Aber wir haben im Konzil viele Dinge nicht diskutieren dürfen, unter anderem die Frage der Empfängnisverhütung – die Enzyklika kam dann 1968 –, die Frage des Zölibats, die Frage der Eucharistiegemeinschaft. Das sind alles Dinge, die seither anstehen, und wir wollen nicht noch einmal 20, 30 Jahre warten!

I. Wer sind die Laien?

Moltmann: Wir verstehen unter einem Laien oft einen Nicht-Geistlichen, einen Nicht-Fachmann, aber das ist völlig falsch. Der Ausdruck Laie kommt von „Laos”, das ist das Volk, das Gottesvolk. Ein Laie ist ein Mitglied des Gottesvolkes. Und in dieser Hinsicht ist jeder Pfarrer, jede Pfarrerin, jeder Bischof und selbst der Papst in Rom ein Laie, ein Mitglied des Gottesvolkes. Ich war ganz begeistert, dass das II. Vaticanum die Kirchenvorstellung vom Gottesvolk aufgenommen hat, weil diese Vorstellung Klerus und Laien zusammenbringt in eine große Gemeinschaft.

Küng: Es wurde von Bischöfen gefordert, dass am Anfang der Kirchenkonstitution Lumen Gentium ein Abschnitt über das Volk Gottes, „De populo Dei” käme. Das war natürlich im Gegensatz zum Kirchenbild, das seit dem Mittelalter die römisch-katholische Kirche bestimmt hatte: eine Pyramide, oben der Papst, die Bischöfe, die Priester, die Laien unten. Das war etwas Revolutionäres, doch wir haben es mit großer Mehrheit durchgebracht im Konzil. Nur die kuriale Gruppe stimmte dagegen. Dieselben Leute, die großenteils noch immer an der Macht sind und verhindern, dass man daraus Konsequenzen zieht.

Moltmann: Wir haben den Ausdruck „der mündige Christ”. Dazu gehört Mut zum eigenen Urteil, zum eigenen Wort, zum eigenen Glauben. Wir werden in ein Zeitalter kommen, wo der persönliche Glaube wichtiger und die Teilnahme am Glauben der Kirche schwächer wird; darum brauchen wir den mündigen Christen. Die Laien müssen mündige Christen in der Mitregierung der Kirche werden: im Konzil, auf den Synoden und in den erwachten Gemeinden. Wenn eine Pfarrei oder ein Kirchenbezirk zu einer Gemeinde wird, dann entstehen diese mündigen Christen, die auch die Pfarrer und die Bischöfe hineinnehmen in ihre Gemeinschaft. In der Gemeinde ist jedes Gemeindemitglied zuständig für das, was in dieser Gemeinde geschieht. Man muss die Kirche von unten her denken. Und die Kirche von oben, die Hierarchie, muss eingemeindet werden in die große christliche Gemeinschaft. [...]


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