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Leseprobe 2
Maura O’Donohue
Menschenhandel, die Verletzlichkeit von Frauen und Kindern – ein dringender Appell an die Kirche
In der Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde mir das Problem des Menschenhandels zum ersten Mal bewusst, als mich meine Arbeit mit HIV- und Aids-Kranken nach Thailand, Korea, Taiwan und Indien führte. Voller Bestürzung hörte ich von dem zarten Alter der Mädchen, die von Männern im Militärdienst sexuell missbraucht wurden, und der Zahl der Kinder, die zum kommerziellen Sexgewerbe gezwungen wurden, um der Tourismusbranche zu dienen. Seitdem habe ich im Laufe der Jahre sehr viel mehr über die furchtbare weltweite Realität des Menschenhandels erfahren. Dieses kriminelle Unternehmen ist bestens organisiert und in der Lage, seine Strategien immer wieder zu ändern, wenn Strafverfolgungsbehörden ihr Augenmerk darauf richten. Es gedeiht gut aufgrund der modernen Technologie. Als medizinisch ausgebildete Missionsschwester bin ich durch meine Arbeit mit HIV/Aids-Kranken in vielen Ländern gewesen, in denen ich zum ersten Mal der Problematik des Menschenhandels begegnete. Jetzt bin ich an einem Netzwerk von Behörden beteiligt, die sich im Kampf gegen den Menschenhandel engagieren. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass diese Realität heute die vorderste Front des kirchlichen Missionsauftrages ist. Im vorliegenden Beitrag werde ich diese Behauptung erhärten.

Gefangene

In diesem ersten Abschnitt mache ich Sie mit einigen der gehandelten Frauen und ihren Geschichten, die sich immerzu wiederholen, bekannt. Diese Geschichten fügen sich zu Netzen der Gefangenschaft, die in das Leben junger Frauen aus unterschiedlichen sozialen, kulturellen, ethnischen und religiösen Kontexten hineinreichen.

Als Iris mir ihre Geschichte erzählte, wurde mir klar, dass nicht nur Frauen aus bitterarmen Familien gehandelt werden. Sie war Studentin, Anfang zwanzig, als sie entführt wurde. Rasch wurde sie unter Drogen gesetzt, um ihre Gefügigkeit zu erzwingen, und in ein Bordell gesteckt. „Es kam so weit, dass ich das Heroin brauchte, um mich zu betäuben, während ich die tägliche Routine über mich ergehen ließ, Männer aus jedweder Gesellschaftsschicht, einschließlich Akademikern und Polizisten in Uniform, zu bedienen [...] Wenn ich von einem Bordell in ein anderes transportiert wurde, waren meine Augen verbunden und mir wurde befohlen, mich ganz auszuziehen; ich wurde nur mit einem Laken umwickelt, bevor man mich in das Auto packte [...]”

Anna erzählte mir, sie sei von dem Mann, den sie für ihren Verlobten hielt, betrogen worden. Er ermunterte sie, mit ihm in sein Land zu gehen, wo er Medizinstudent sei. Sie würde Arbeit finden und sie würden heiraten. Stattdessen wurde sie, sobald sie sein Land erreichte, an einen Bordell-Betreiber verkauft. Annas Geschichte könnte von vielen anderen Frauen in vielen verschiedenen Ländern wiederholt werden.

Voller Entsetzen hörte ich zu, als Amina beschrieb, wie sie im Alter von 14 Jahren mit einer Gruppe von Klassenkameradinnen aus einem Internat entführt wurde. Sie war eine von denen, die den langen Marsch an die Front als menschliche Schutzschilde überstanden. Sie wurde eines Fluchtversuches verdächtigt und überlebte 200 Peitschenhiebe. Nach den Vergewaltigungen durch den Offizier, dem zwanzig Mädchen wie sie zu dessen ureigenem Vergnügen überlassen wurden, brachte sie während der acht Jahre ihrer Gefangenschaft zwei Kinder zur Welt.

Zahlreiche junge Frauen werden aus Westafrika entführt und gezwungen, monatelang durch die Sahara zu laufen, wobei sie wiederholt Vergewaltigungen und Schwangerschaften erleiden, Hunger erdulden und nur ihren eigenen Urin zu trinken haben. Diejenigen, die überleben und das Mittelmeer erreichen, werden mit der gefährlichen Bootsfahrt nach Europa konfrontiert, um dann nach einer Internierung wieder in ihr Heimatland abgeschoben zu werden. Ganze Busladungen von Minderjährigen werden zwecks Menschenhandels auch aus afrikanischen Binnenstaaten zu den Häfen transportiert. [...]


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