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Leseprobe 2
Robert Schreiter
Die christliche Mission in einer „Neuen Moderne” und die Strömungen in der interkulturellen Theologie
Der Missionsbegriff ist in der letzten Hälfte des 20. und im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts intensiv überdacht worden. Dies hat dazu geführt, dass man ihn in jüngster Zeit (zumindest in akademischen Einrichtungen) fast gar nicht mehr verwendet und durch eine Terminologie der interkulturellen und interreligiösen Beziehungen ersetzt.

Das Aufkommen kontextueller Theologien und das wachsende Interesse an Inkulturation schuf im selben Zeitraum die Voraussetzungen dafür, dass diese „kontextuellen” gegenüber den schon lange etablierten Theologien in Europa und Nordamerika eine größere Gleichberechtigung erlangt haben. Dies half allem Anschein nach dabei, die hegemonialen Beziehungen zu überwinden, die der Westen lange Zeit mit der übrigen Welt unterhalten hatte und die den Missionsbegriff geprägt hatten.

Ich möchte diesen Übergang von der Mission zur interkulturellen Theologie hier unter einem sehr speziellen Blickwinkel untersuchen – nämlich dem einer Neufassung des Projekts der Moderne. Und ich möchte dies in zwei Teilen tun. Im ersten Teil skizziere ich, in welchem Rahmen sich der gesamte Moderne-Diskurs in verschiedenen Regionen der Welt heute vollzieht. Die Abkehr von der Sprache der Mission ist zu einem nicht geringen Grad mit wachsenden Zweifeln am Projekt der Moderne selbst verbunden. Dies gilt insbesondere für die Zuversicht, die Moderne sei der Vorbote der Zukunft für den gesamten Planeten, und die damit einhergehende Gegenüberstellung „fortschrittlicher” und „rückständiger”, „zivilisierter” und „primitiver” Gesellschaften. Der Westen selbst hat Zweifel an der Vision der Moderne artikuliert und in diesem Zusammenhang alle nur denkbaren Variationen von „Postmoderne”-Diskursen hervorgebracht. Die Globalisierung ist verschiedentlich als die letzte Variante der Moderne oder gar des Imperialismus bezeichnet worden. Deswegen ist es wohl angemessen, nicht von nur einer einzigen Moderne, sondern von „Modernen” zu sprechen.

In einem zweiten Teil befasse ich mich mit einigen Veränderungen, die das gewandelte Denken über die Moderne für die Kulturbegriffe mit sich bringt, und mit ihren Folgen für jede Diskussion über interkulturelle Theologien heute. Genauer gesagt möchte ich der Frage nachgehen, wie die interkulturellen Theologien selbst sich in den letzten vierzig Jahren verändert, wie die Kräfte der Globalisierung den Kulturdiskurs neu geformt und wie sich die interkulturellen Hermeneutiken entwickelt haben.

Wo steht unsere „Moderne”?

Die Moderne ist in den vergangenen zwei Jahrhunderten sehr unterschiedlich definiert worden. Doch wie auch immer man sie beschrieb, stets verstand man darunter ein emanzipatorisches Projekt, das die Menschheit von der Last der Tradition, der Autorität und der Unterwerfung befreite. Kernstück der Moderne war die Freiheit des Menschen von jeglicher Form der Hegemonie. Man glaubte, die menschliche Freiheit werde zu einem einheitlich voranschreitenden menschlichen Wachstum führen, das mehr auf die Zukunft als auf die Vergangenheit ausgerichtet sein werde. Da das Gefährt der Emanzipation mehr und mehr Menschen aufnehmen werde, sei die Menschheit als Ganzes zweifellos auf dem Weg in eine ruhmreiche Zukunft. Dass dieses Projekt selbst stark hegemoniale Züge aufwies, war seinen Vordenkern im 18. Jahrhundert nicht unmittelbar einsichtig. Rückblickend hätte jedoch Kants und Hegels zutiefst rassistische Sicht auf Afrika und Asien die beängstigende Kehrseite der Vision schon ahnen lassen müssen.

Der Zusammenbruch der Moderne – zumindest in ihren eher universalisierenden Dimensionen – wurde in den 1990er Jahren zunehmend deutlich. Max Webers Säkularisierungshypothese, zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals formuliert und vielleicht das leuchtendste Beispiel für die menschliche Emanzipation, fiel unter dem Einfluss der wiedererwachenden Religiosität in weiten Teilen der Welt allmählich in Ungnade. [...]


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