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Solange Lefebvre / Andrés Torres Queiruga / Maria Clara Lucchetti Bingemer
Welchen Gott leugnen die Atheisten?
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und ihrer Einflusssphäre, die dem Atheismus einen institutionellen Rahmen geboten haben, entstand eine Art Vakuum, aus dem der Denkansatz des „neuen Atheismus” hervorging. Aus der Perspektive tatsächlicher Ereignisse nimmt sich das so aus: Als in England eine Reihe von Plakaten in Bussen auftauchten, auf denen evangelikale Christen den Ungläubigen die Hölle in Aussicht stellten, setzten dem einige Atheisten die humorvolle Antwort entgegen: „Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Hört deshalb auf, euch zu ängstigen, und genießt euer Leben.” In zahlreichen großen Städten griffen Atheisten diese Initiative auf. In Bezug auf die Gesetzgebung initiierten einige Atheisten – die zugleich atheistischen oder nicht-atheistischen humanistischen Vereinigungen angehören – diverse Kampagnen, um den öffentlichen Raum zu säkularisieren. In den Vereinigten Staaten, einem Land, das sich selbst als „eine Nation unter Gott” definiert, lassen sich die Stimmen derer, die die Rechte von Nichtglaubenden verteidigen, immer lauter vernehmen. Dieses CONCILIUM-Heft reflektiert diese Tendenzen und Spannungen. Die Gedanken von Theologen und Atheisten werden darin gleichermaßen willkommen geheißen.

In den vergangenen Jahren machten mehrere neue atheistische Positionen in Form von Bestsellern von sich reden, vor allem von den Autoren, die als die vier „Vorreiter” des Atheismus gelten: Richard Dawkins, Sam Harris, Daniel Dennett und Christopher Hitchens. Diese Autoren führen einen Kampf gegen die Intoleranz, die religiöse Dummheit, gegen Mythen, Aberglauben und unterschiedliche Arten der Indoktrination, indem sie zeigen, dass nur naturalistische, areligiöse und atheistische Sicht- und Verstehensweisen des Universums zu gesellschaftlichem Fortschritt führen. Dazu kam noch, dass das Jahr 2009, in das der 200. Geburtstag Charles Darwins (1809–1882) fiel, die Gelegenheit für zahlreiche Gedenkveranstaltungen bot. Diese Ereignisse konzentrierten sich auf die außerordentlichen Konsequenzen seiner Theorien für Glaube und Religion. Die ersten beiden Beiträge in diesem Heft, deren Autoren Alister McGrath und Philip Clayton sind, widmen sich dieser aktuellen Debatte. McGrath, der früher selbst Atheist war, ist Autor mehrerer Bücher, die sich kritisch mit dem Neuen Atheismus auseinandersetzen. Das bemerkenswerteste davon ist Der Atheismus-Wahn. Clayton ist ein Experte für das Verhältnis zwischen Theologie und Naturwissenschaften und setzt sich für einen tiefgreifenden Wandel der Theologie sowie für ein neues Verständnis des Theismus ein.

Es gibt auch Denker, die über einen Atheismus nachdenken, der als eine Art Spiritualität gelebt und erfahren werden kann, ohne gegenüber Gottgläubigen eine Haltung der Konfrontation einzunehmen. Der dritte Beitrag ist in diesem Sinne verfasst, und zwar von einem berühmten atheistischen Philosophen aus Frankreich, André Comte-Sponville. Er entwickelt einen offenen Atheismus, der für einige religiöse Werte empfänglich ist.

Die sogenannte „neue Bewegung des Atheismus” hat etliche kritische Fragen aufgeworfen. Zunächst: Ist es sachlich überhaupt zutreffend, von einem „neuen Atheismus” zu sprechen? Sind die jüngsten Diskussionen nicht einfach Neuformulierungen und Popularisierungen älterer Gedanken? Im Hinblick darauf steht eine Analyse der Beziehungen zwischen Religion und Naturwissenschaften auf der Tagesordnung. Über die Theorien Darwins hinaus haben wir die Entstehung der Genetik und der Neurowissenschaften erlebt, die beide ernsthafte Fragen im Hinblick auf Religion und spirituelle Erfahrung aufwerfen. Zweitens: Wäre es möglich, dass angesichts der zunehmenden Radikalisierung religiöser und ethnoreligiöser Fanatismen das areligiöse Empfinden eine Renaissance erfährt? Selbst wenn die Reaktionen auf den Fanatismus nicht zwangsläufig atheistisch sind, sind sie typischerweise von einer postmodernen, probabilistischen Haltung der Religion gegenüber (Gibt es Gott? Vielleicht ...), einem schwächer werdenden Gottesbezug und einer Suche nach Spiritualitäten ohne Religionen und Gott geprägt. Drittens: Wie sollen sich die christlichen Kirchen angesichts dieser neuen atheistischen Standpunkte theologisch positionieren? [...]


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