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Lisa Sowle Cahill / Hille Haker
Menschennatur und Naturrecht: eine kritische Diskussion
Die wichtigste traditionelle Grundlage der römisch-katholischen Ethik und Politik ist das „Naturrecht”. In seiner 2009 veröffentlichten Enzyklika Caritas in veritate erklärt Benedikt XVI.: „In allen Kulturen gibt es besondere und vielfältige ethische Übereinstimmungen, die Ausdruck derselben menschlichen, vom Schöpfer gewollten Natur sind und die von der ethischen Weisheit der Menschheit Naturrecht genannt wird [sic]. Ein solches universales Sittengesetz ist die feste Grundlage eines jeden kulturellen, religiösen und politischen Dialogs [...]” (Nr. 59). Ebenfalls 2009 gab die Internationale Theologenkommission (ITK) ein Dokument mit dem Titel Auf der Suche nach einer universellen Ethik: ein neuer Blick auf das Naturgesetz heraus. Darin wird das Naturrecht als Grundlage für den Umgang mit globalen ethischen Herausforderungen vorgeschlagen. Der Vorteil des Naturrechts sei seine Aussage, wonach „Personen und die menschliche Gemeinschaft fähig sind, durch das Licht der Vernunft die grundlegenden Richtlinien des moralischen Handelns im Einklang mit der eigentlichen Natur des menschlichen Subjekts zu erkennen und sie auf normative Weise in Form von Vorschriften oder Geboten auszudrücken” (Nr. 9).

Diese Dokumente bestätigen die Tatsache, dass das katholische Lehramt, die katholische Moraltheologie und die katholische Soziallehre den Grundgedanken der Naturrechtstheorie noch immer einen zentralen Platz einräumen. So haben zum Beispiel alle Menschen eine gemeinsame Natur, diese Natur ist von Gott geschaffen und kann von der menschlichen Vernunft erkannt werden, und die Güter, die alle Menschen von Natur aus anstreben, sind die Grundlage moralischer Normen, die vorschreiben, mit welchen Arten von Handlungen der Mensch diese Güter erlangt oder nicht erlangt. Der normative Charakter des Naturrechts erwächst aus der Tatsache, dass es die Menschen auf die ihnen eigenen Zielsetzungen und entsprechenden Handlungsweisen ausrichtet, und die Erfüllung seiner naturgegebenen Ziele ist es letztlich, die das Gedeihen und Glück des Menschen ausmacht.

Formen der Naturrechtsethik sind bei den klassischen griechischen und römischen Philosophen und auch in der Bibel zu finden. Die katholische Naturrechtsethik hat das für sie typische Kolorit und Vokabular im 13. Jahrhundert durch den Theologen Thomas von Aquin erhalten. Neoscholastische Interpretationen der Naturrechtstheorie des Aquinaten waren im Katholizismus des 18. und 19. Jahrhunderts vorherrschend, doch nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil ließ ihr Einfluss nach.

Kritiker wenden sich häufig gegen die deduktive Methode, die eurozentrischen und patriarchalischen Tendenzen, den abstrakten Universalismus und die Vernachlässigung einer spezifisch christlichen Ethik und Tradition. Zudem vertreten viele die Auffassung, dass die Natur gar nicht zur Norm taugt, weil aus einem „ist” kein „sollte” abgeleitet werden kann (David Hume und G. E. Moore) und weil die Menschennatur selbst weniger statisch als vielmehr in unablässiger Entwicklung begriffen ist. Die Verteidigung des Begriffs der „Menschennatur” als Grundlage klarer und stabiler Normen ist dadurch noch schwieriger geworden, dass neue wissenschaftliche Forschungen und Entdeckungen eine Kontinuität zwischen der Menschennatur und anderen Lebewesen nahelegen und die Möglichkeit, dass eine Lebensform sich radikal ändern kann, auch für den Menschen nicht mehr ausschließen. [...]


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