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Leseprobe 3
Mercedes Lopes
Samen der Hoffnung
Gemeinsame Bibellektüre in den Gemeinden Lateinamerikas
Die gemeinsame Bibellektüre des Volkes, die in den lateinamerikanischen Gemeinden praktiziert wird, ist aufgrund ihrer Verbindung von Glauben und alltäglichem Leben etwas Neues. Sie ist in den Kirchlichen Basisgemeinden entstanden und hat den Armen ermöglicht, ihre je eigenen Erfahrungen mit Gott zu machen. Dort, in den Kirchlichen Basisgemeinden, hat man das Wort Gottes mit der Realität des Volkes in Beziehung gesetzt, sodass es zum Versprechen eines neuen Lebens geworden ist. Die Bewegung glich dem Samenkorn, das auf guten Boden fiel, und sie wuchs durch den Zusammenhalt der Gruppen und in ihrer gemeinsamen Suche nach Lösungen. Die Wirklichkeit, der biblische Text und die Glaubensgemeinden waren die stützenden Stecken, die der Pflanze halfen, sich zu verwurzeln. Die Blüten öffneten sich schließlich: Indem die Armen die Bibel für sich zurückgewinnen konnten, entstanden die hermeneutischen Zugänge vom Geschlecht her, aus der Perspektive der Afroamerikanerinnen und Afroamerikaner, der Indígenas und die Suche nach neuen Männlichkeitsformen. Doch die Herausforderungen bleiben bestehen, insbesondere aufgrund spiritualistischer und dualistischer religiöser Tendenzen, die durch die Massenmedien vermittelt werden. Gleichzeitig wächst das Mitgefühl mit dem bedrohten Leben und provoziert solidarische Aktionen, die artikuliert und kreativ umgesetzt werden.

Zwischen 1968 und 1980 ereignete sich in der lateinamerikanischen Kirche ein neues Pfingsten. Im Kontext von Repression, Angst, Folter und politischen Morden unter den Militärregimes werden die Kirchlichen Basisgemeinden geboren, als ein Ergebnis des unterschwelligen Gärens im Volk und als Ausdruck religiöser Mobilisierung. Sie wenden sich den Orten zu, an denen sich die Armen versammeln, um ihren Glauben zu feiern, um ihn von Gottes Wort erleuchten zu lassen und ihn mit der konkreten und herausfordernden Wirklichkeit ihres Alltags zu verbinden. In dieser Verbindung leuchten die Stärke und der Mut, die helfen, kreative Lösungen in der gemeinsamen Suche nach neuen Lebensalternativen zu finden.

Dass die Reformation im 16. Jahrhundert der zentralen Bedeutung des Wortes Gottes Geltung verschafft hat, hatte positive Auswirkungen für die ganze Kirche. Dank ihrer ist die Bibel heute ein für alle zugängliches Buch. Auch das II. Vaticanum betont in der Konstitution Dei Verbum, dass die Bibel im Zentrum stehe und die Bibellektüre gleichsam die Seele der heiligen Theologie sei (DV 24). Sie motiviert dazu, die Lesungen der Liturgie in den Volkssprachen zu lesen sowie das Evangelium zu studieren und zu predigen. Im Kontext der sozialen Krise und des Kairos, in dem die Konferenz von Medellín (1968) stattfand, wurde dieser Impuls erneuert und verstärkt. Im Dokument von Aparecida (2007) wird die Wichtigkeit dieses Prozesses anerkannt: „Puebla stellte fest, dass die kleinen Gemeinschaften, insbesondere die Basisgemeinden, es dem Volk leichter machten, das Wort Gottes besser kennenzulernen, sich im Namen des Evangeliums gesellschaftlich zu engagieren, neue Laiendienste zu entwickeln und Erwachsene im Glauben weiterzubilden.”

I. Die Samen

Um die Bibel zu lesen, beginnen die Armen bei ihrer eigenen Gotteserfahrung und verwenden eine Methode, die sich die Laienbewegung „Katholische Aktion” zu eigen gemacht hat: Sehen, Urteilen, Handeln. Das Sehen veranlasst die Gemeinde, die täglichen Geschehnisse zu analysieren und die Realität ihrer Armut, Ausbeutung und Unterdrückung, in der sie leben, festzustellen. Dieser Schritt ermöglicht ihnen, einen freieren und kritischeren Blick ihres Kontextes zu bekommen. Das Urteilen geschieht ausgehend vom Wort Gottes, anhand der analytischen Werkzeuge und der neuen hermeneutischen Zugänge. Die kontextuelle Bibellektüre erleuchtet das Nachdenken über die Gründe ihrer Armutssituation und konfrontiert sie mit Gottes Heilsplan. Aus diesem Nachdenken erwächst das Handeln als eine neue Praxis, das zum Ziel hat, die Wirklichkeit zu transformieren, um eine gerechte und faire Gesellschaft zu schaffen. Dieser Prozess wird gefeiert und bewertet, damit die Menschen ein größeres und kritischeres Bewusstsein erlangen, ihren Glauben vertiefen können und sich der christlichen Verantwortung als einem gemeinsamen Projekt stellen. [...]


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