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Unsere aktuelle Ausgabe 5/2017 zum Thema
»Theopoetik«
mit folgenden Beiträgen:
Zu diesem Heft
Maria Clara Lucchetti Bingemer / Solange Lefebvre / Erik P. N. M. Borgman / Mile Babić
Theopoetik

Man muss zugeben, dass der »theopoetische« Diskurs im Allgemeinen und insbesondere in Verbindung mit der Auslegung der Schrift sowie der theologischen Reflexion noch eine ziemlich junge Entwicklung darstellt, die an der Schnittstelle zwischen Theologie und literarischen Studien hervorbricht. Darin ist sie der »biblischen Spiritualität« ähnlich, die an der Schnittstelle zwischen exegetischer Forschung und Spiritualität gedeiht, aber ebenso der »theologischen Ästhetik«, die aus der Begegnung der Theologie mit allen Formen der Ästhetik – der Kunst, der Literatur, der Musik, usw. – erwächst.

Es handelt sich um »…einen interaktiven Raum zwischen biblischen literarischen Studien sowie Theologie und Spiritualität und Mystik und ist genau das, was seine Bezeichnung zum Ausdruck bringt, nämlich ›Theopoetik‹ oder Theorie der spirituell verändernden Kraft der biblischen Texte als Texte und der theologischen Tiefendimension der literarischen Texte, die mittels einer gewissen Lesart oder Deutung aktualisiert werden.1 Vielleicht wäre es präziser zu sagen, dass die Theopoetik die literarische oder textuale Seite der Reflexion über theologische Ästhetik als eine Form der Annäherung an die Spiritualität im weiteren Sinne ist.
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Leseprobe 1
Cecilia Inés Avanatti de Palumbo
Literatur – eine wichtige hermeneutische Vermittlung für die Theologie

Obwohl die Beziehungen zwischen Glaube und Literatur in dem Maße stärker wurden, als das Christentum die Bibel zu seiner ersten Quelle machte, und obwohl die Theologie danach in unterschiedlicher Intensität und aus unterschiedlichen Motiven das breite Spektrum der verschiedenen dichterischen Genera für sich in Anspruch nahm, bildete sich ein entsprechendes ausdrückliches epistemologisches interdisziplinäres Bewusstsein erst in jüngerer Zeit in der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts aus. Nach längerer Vorbereitung durch Theologen, die in der Literatur einer belebenden Sprache begegneten, stellte das Zweite Vatikanische Konzil den Beginn einer neuen Etappe dar, die es ermöglichte, die Voraussetzungen für den Dialog zwischen Theologie und Literatur in kritischem Geist zu schaffen. Der bedeutendste Text des Lehramtes, auf den alle späteren Entwicklungen zurückverweisen, ist Artikel 62 der Pastoralkonstitution Gaudium et spes, dessen zentralen Abschnitt ich hier noch einmal in Erinnerung rufe:

Auf ihre Weise sind auch Literatur und Kunst für das Leben der Kirche von großer Bedeutung. Denn sie bemühen sich um das Verständnis des eigentümlichen Wesens des Menschen, seiner Probleme und seiner Erfahrungen bei dem Versuch, sich selbst und die Welt zu erkennen und zu vollenden; sie gehen darauf aus, die Situation des Menschen in Geschichte und Universum zu erhellen, sein Elend und seine Freude, seine Not und seine Kraft zu schildern und ein besseres Los des Menschen vorausahnen zu lassen. So dienen sie der Erhebung des Menschen in seinem Leben in vielfältigen Formen je nach Zeit und Land, das sie darstellen. (Gaudium et spes, 62)
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Leseprobe 2

José Tolentin Mendonça

Die unendliche Lektüre – Schrift und Interpretation

Lesen Sie diesen vollständigen, ungekürzten BeitragEs gibt eine kleine Erzählung von Gustave Flaubert1 über den heiligen Antonius, die dem Leser folgendes Gleichnis präsentiert: Der von ungeheuren Versuchungen geplagte Einsiedler bittet Gott um Mut und schlägt nacheinander (fünfmal, präzisiert die Erzählung) die Bibel auf, um Hilfe zu erlangen. Und fünfmal schließt er das Buch wieder, und die Hände zittern ihm. Die Bedrängnisse, gegen die er auf dem Weg verschärfter Askese ankämpft, überkommen ihn nur noch unkontrollierbarer in den Beschreibungen des heiligen Textes. So gibt es zum Beispiel in der Apostelgeschichte eine Stimme vom Himmel, die dem Apostel Petrus befiehlt, aus einem großen Tuch zu essen, das auf die Erde niedersinkt und voller unreinem Getier, Reptilien und Vierfüßern ist. Nun betrifft eine der Versuchungen, die unseren Mönch quälen, gerade das Fasten. In anderen Passagen, die er liest, diesmal aus dem Alten Testament, sind Gewalt, Blut und Zügellosigkeit charakteristische Merkmale so vieler Personen. So wird seine Lage nur noch komplizierter, und in dem Maße, in dem er die Bibel durchblättert, wächst die Unsicherheit unaufhörlich. In einem Kommentar zu diesem Werk Flauberts, das ihm nun als Nachwort beigefügt ist, bemerkt Michel Foucault, dass der Begründer des christlichen Mönchtums durch diese ungewöhnliche Erfahrung erkennt: »Das Buch ist der Ort der Versuchung.«2 Ja noch mehr: Er erkennt, dass es in gewissem Sinne nicht aufhören kann, dies zu sein, denn der Text selbst erfordert eine Hermeneutik, die uns daran hindert, ins Sinnlose zu fallen.
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Leseprobe 3
Mayra Rivera
Poetik des Überlebens

Edwidge Danticat berichtet in ihrem Essay »Create Dangerously« über die öffentliche Hinrichtung zweier junger Männer – Marcel Numa und Louis Drouin –, die für ihre Teilnahme an dem Guerillakrieg, der die Duvalier-Diktatur stürzen sollte, zum Tode verurteilt wurden. »Alle Künstler, darunter auch Autoren, kennen verschiedene Geschichten, die man auch als Schöpfungsmythen bezeichnen könnte, die sie heimsuchen und verfolgen.« Die Hinrichtung der beiden Männer ist für Danticat eine solche Geschichte. Und dennoch wird ihre Erzählung dieser Geschichte von anderen, alltäglicheren Geschichten begleitet, die von der Kreativität der karibischen Menschen berichten. Zur Zeit der Hinrichtung verkleideten sich junge Menschen mit weißen Laken, um im Geheimen Camus’ Stück Caligula aufzuführen. Andere riskierten ihr Leben, indem sie potenziell staatsgefährdende Bücher lasen und schrieben. Ihre Handlungen mögen vor dem Hintergrund der politischen Unterdrückung und Gewalt unnötig und verantwortungslos scheinen, doch genau wegen dieses Zusammenhangs waren ihre Taten so unglaublich wichtig. Danticat erklärt dies so: »Sie brauchten die Kunst, denn diese überzeugte sie davon, dass sie nicht sterben würden … Sie mussten darin bestätigt werden, dass immer noch Worte ausgesprochen, Geschichten erzählt und weitergegeben werden konnten.« Diese Verknüpfung von Kunst und Überleben prägt die Werke vieler karibischer Schriftsteller, die mein Verständnis des Begriffs »Poetik« maßgeblich beeinflusst haben.

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